21 | 10 | 2019
1.Mannschaft
Spielbericht SG Regensburg - SV 08 Auerbach I
Mit einem überraschend klaren 24:33 Sieg gegen die favorisierte SG Regensburg kehrten am Sonntagabend die Handballer des SV 08 Auerbach zurück. Eine deutliche Steigerung der gesamten Mannschaft vor allem im Defensivbereich, sowie eine erneut starke Vorstellung von Valentin Kroher im Tor waren der Grundstein für den wichtigen Auswärtserfolg. Mit nun 18:10 Punkten schoben sich die Bergstädter an Regensburg vorbei und kletterten auf Rang Drei.

„Ich denke, dass war heute unser bestes Spiel der bisherigen Saison" freute sich Trainer Matthias Schnödt über die zuvor gezeigte Leistung seines Teams. Nicht nur die deutlich mehr als 30 mitgereisten Auerbacher Fans, sondern auch Spartenleiter Paul Rupprecht zeigte sich erfreut über die deutliche Steigerung der Schnödt- Sieben. „Wir haben ein mannschaftlich starkes Team gesehen, das auf allen Positionen deutlich besser agiert hat, als noch in den letzten Spielen." Im Gegenzug dazu sprach der Trainer des Gastgebers Kai-Uwe Pekrul von einer, wenn nicht der schlechtesten Leistungen seiner Mannschaft. Angesichts der zuletzt gelieferten Ergebnisse und der eindeutig ansteigenden Formkurve hatte man sich im Lager der ambitionierten Hausherren sicherlich gegen den zuletzt etwas gebeutelten Gast aus Auerbach mehr ausgerechnet.
Doch das Team um den erneut starken Valentin Kroher zeigte von Beginn an, dass es die schwachen Ergebnisse der letzten Spiele vergessen machen wollte und ging von der ersten Minute an beherzt zu Werke. „Unsere aggressive Abwehr und die Torhüterleistung waren heute der Grundstein für den Sieg" erklärte Trainer Schnödt nach der Partie. So ließ beispielsweise Julian Eckert während der gesamten Partie kaum zu, dass sich Regensburgs treffsicherster Angreifer Marcel Elgeti richtig entfalten und für Torgefahr aus dem Feld sorgen konnte. Und für den Fall, dass Elgeti doch einmal entwischt war, halfen Jonathan Kraus oder der Mittelblock entsprechend aus. „Der Sieg war heute eindeutig ein Sieg der gesamten Mannschaft" freute sich der Trainer. Einzig das taktische Mittel „Siebter Feldspieler", das die Gastgeber ab etwa der 15. Minute zu etablieren begannen, zeigte zumindest in der ersten Hälfte eine gewisse Wirkung und war der Grund dafür, dass Auerbach sich nicht schon früher entscheidend absetzen konnte.
Dennoch hatten die Gäste die Partie von Anfang an im Griff, lagen nach wenigen Minuten bereits mit 1:3 und nach etwas mehr als einer Viertelstunde mit 3:7 in Front. „Die sichere Abwehr und die Paraden von Valentin haben es uns natürlich auch im Angriff leichter gemacht" so Matthias Schnödt. Dort hatte vor allem Alexander Tannenberger offenbar einen Sahnetag erwischt. Er zeigte sich stark verbessert und erzielte zusammen mit dem ebenfalls wieder gut aufgelegten Matthias Edtbauer knapp die Hälfte aller Auerbacher Tore. Regensburg kam überhaupt nicht ins Spiel, agierte im Angriff viel zu harmlos und offenbarte in der Abwehr große Lücken, sodass man auch in den Torhütern nicht den entsprechenden Rückhalt hatte. Die Gastgeber machten es Auerbach nicht allzu schwer, den Vorsprung ständig bei drei bis vier Toren zu halten. Beim Stande von 13:16 wurden die Seiten gewechselt.

Die zweite Hälfte begann genau wie die erste mit einem Tor von Matthias Edtbauer. Regensburg konnte noch bis zur 36. Minute dranbleiben, musste dann jedoch einen ersten Zwischenspurt der Blau-Weißen hinnehmen und sah sich in der 40. Minute bereits einem Rückstand von sechs Toren gegenüber (17:23). Die Gäste, die auch immer besser mit dem siebten Feldspieler zurechtkamen, ließen sich nicht aus der Ruhe bringen und spielten wie aus einem Guss. So trug auch Alexander Hofmann, der in den letzten 20 Minuten mit einer guten Leistung auf der rechten Außenbahn aufwartete, vier Treffer bei vier Versuchen bei und komplettierte die geschlossen gute Mannschaftsleistung. Spätestens zwölf Minuten vor dem Ende war die Partie dann endgültig entschieden, als Matthias Edtbauer in Überzahl das 20:29 erzielte, ein Vorsprung, den sich Auerbach nicht mehr nehmen ließ.

„Offenbar liegt uns nicht nur das Spiel der Regensburger, sondern vor allem auch die Rolle des Underdogs. Ich habe fast den Eindruck, dass wir dann befreiter und sicherer spielen, wenn wir nicht favorisiert sind" überlegte Schnödt, den Blick bereits auf die anstehenden schweren Aufgaben gerichtet. „Wenn wir die heutige Leistung nur annähernd konservieren und wieder abrufen können, dann sehe ich einigermaßen zuversichtlich in die nächste Zukunft." 

SV 08 Auerbach: Kroher, Reger, Tannenberger (9), Bauer (2), Hofmann M., Bürger, Hackenberg (1), Kolb (2), Edtbauer (7/2), Eckert (3), Herold (3), Hofmann A. (4), Kraus (2)
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 30. Januar 2017 um 17:29 Uhr
 
Vorbericht SG Regensburg - SV 08 Auerbach I
Mit einem Oberpfalz-Derby beginnt für die Handballer des SV 08 Auerbach an diesem Sonntag die zweite Halbzeit der Saison 2016/17. Nach Aussage ihres Trainers Matthias Schnödt treten die Bergstädter bei der punktgleichen SG Regensburg als Außenseiter an, ein Umstand, der einerseits der gewachsenen Stärke des Gegners und andererseits dem arg gebeutelten Kader geschuldet ist. Anpfiff in der runderneuerten und seit Kurzem mit einer für etwa 100 Sitzplätze ausgelegten Tribüne ausgestatteten Kerschensteiner-Halle ist um 15:30 Uhr.

Die Handballer des SV 08 Auerbach starten mit mehr Fragezeichen in die zweite Hälfte der Saison, als es Matthias Schnödt lieb sein kann. Allein die voraussichtliche Aufstellung für das Oberpfalz-Derby stellt bereits eine hohe Anforderung für den Trainer dar. Neben Paul Neuß und Maxim Pankraz, die aus gesundheitlichen Gründen respektive wegen eines A-Jugend-Einsatzes fehlen, werden wahrscheinlich auch Thomas Bauer und Raul Adam die Fahrt nach Regensburg nicht antreten können. Selbst wenn eine minimale Chance auf einen Einsatz der Beiden besteht, muss erst noch endgültig abgewogen werden, ob das gesundheitliche Risiko dafür steht, oder ob es sinnvoller ist, die Spieler noch zu schonen. Da auch hinter dem Einsatz von Johannes Reger ein Fragezeichen steht, wird die Verantwortung im Tor wieder auf den Schultern von Valentin Kroher lasten, eine Verantwortung, der er in den vergangenen Spielen mehr als gerecht wurde. Ob und inwieweit außerplanmäßige Akteure zum Einsatz kommen, muss kurzfristig, vielleicht gar erst am Spieltag entschieden werden. Klar ist jedoch jetzt schon, dass Maximilian Hofmann diesmal weder auf, noch neben dem Feld dabei sein kann.
Doch nicht nur die personellen Probleme machen die Bergstädter nach Ansicht Schnödt’s zum Außenseiter. „Regensburg hat sich ganz offensichtlich gefunden und ist sicher nicht mehr mit der Mannschaft aus dem Auftaktspiel zu vergleichen“ so nicht nur sein Eindruck. In der Tat sind die Uni-Städter auf dem besten Weg, ihrem vor der Saison gesteckten Ziel immer näher zu kommen. Im Rahmen ihres überaus ehrgeizigen Planes, bis zum Jahr 2020 in der 3. Liga anzutreten, steht in der laufenden Runde die Meisterschaft oder zumindest die Aufstiegsrelegation zur Bayernliga im Fokus. Angesichts der stetig nach oben zeigende Formkurve des etwa 20 Spieler umfassenden Kaders, eines für einen Landesligisten immensen Etats sowie der visionären Leitung durch die Vorstandschaft ist der dafür mindestens nötige zweite Platz bei aktuell nur vier Punkten Rückstand auf den derzeitigen Inhaber, die TG Heidingsfeld, durchaus realistisch. Dass die SG über das nötige Spielerpotential verfügt, hat sich in der Hinrunde immer wieder gezeigt. Zuallererst ist da sicherlich Marcel Elgeti zu nennen, den die Schnödt- Sieben schon im Hinspiel nicht ausreichend in den Griff bekam. Dass nicht nur Auerbach mit diesem Problem zu kämpfen hatte, zeigt die Anzahl der Tore des Rückraumakteurs. Mit 113/51 Treffern erzielte er fast ein Drittel aller Tore der SG, führt damit souverän die interne Liste der Torschützen an und macht inzwischen sogar fast den vor der Saison abgewanderten Haupttorschützen Steve Müller vergessen. Ihm dicht auf den Fersen, zumindest was die Feldtore anbelangt, ist Rückraumkollege Florian Uhl. Bereits 60 Treffer gehen auf sein Konto, sodass er und Elgeti miteinander auf fast die gleiche Anzahl an Toren kommen, wie alle übrigen Regensburger Akteure zusammen.
Trainer Kai-Uwe Pekrul (52) weiß um die Jugend, aber auch um die handballerischen Fähigkeiten seines Teams. So überrascht er den Gegner immer wieder mit taktischen Zügen, sei es der in den unteren Ligen eher ungewöhnliche siebte Feldspieler, oder aber extrem offensive Deckungsvarianten. Selbst wenn diese „Spielchen“ nicht immer gut gehen, so zeigen sie doch seine ambitionierte Grundhaltung. Auch wenn die SG in fremden Hallen mit einigen klaren Niederlagen den einen oder anderen Punkt hat liegen lassen, so lässt sie sich besonders in eigener Halle äußerst selten die Butter vom Brot stehlen. In der laufenden Runde musste man sich am vergangenen Wochenende erstmals zuhause geschlagen geben, als man dem Top-Favoriten TSV 2000 Rothenburg nur knapp mit 26:28 unterlag. Dagegen wurden andere Teams geradezu „aus der Halle gefegt“, wobei es die HG Ansbach mit 39:14 am härtesten traf. „Um in Regensburg überhaupt etwas zu holen, muss bei uns alles klappen“ weiß Matthias Schnödt um die Außenseiterstellung seiner Jungs. „Wir stehen alle in der Pflicht, sei es mit einer starken Abwehr, einem schnellen und sicher abgeschlossenen Gegenstoßspiel oder einem Angriff mit möglichst wenig Fehlern. Zudem erhoffe ich mir, dass Valentin erneut eine gute Form abrufen kann.“ Andererseits weiß sich sein Team gerade gegen stärkere Gegner besser in Szene zu setzen, als gegen vermeintlich schwächere. Zudem handelt es sich um ein Derby und die haben meist ihre eigenen Gesetze.

Aufstellung: Adam (?), Kroher, Reger (?), Tannenberger, Bauer (?), Hofmann M., Bürger, Hackenberg, Kolb, Edtbauer, Eckert, Herold, Hofmann A., Kraus
Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 27. Januar 2017 um 20:00 Uhr
 
Spielbericht TV Roßtal - SV 08 Auerbach I
Mit einer 25:23 (11:9) Niederlage beim Tabellen-Zwölften TV Roßtal beendeten die Handballer des SV 08 Auerbach die Vorrunde der Handball Landesliga. Anfängliche Probleme mit dem ungeharzten Spielgerät, eine erneut unglückliche Abwehrleistung und individuelle Fehler konnten durch eine sehr gute Leistung von Torhüter Valentin Kroher nicht ausgeglichen werden. In einem enger zusammengerückten Mittelfeld belegen die Oberpfälzer zwar mit nun 16:10 Punkten weiterhin Platz Vier, haben jedoch nur noch vier Zähler Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz.  

Handball Landesliga

TV Roßtal – SV 08 Auerbach 25:23 (11:9)

Es war zum verzweifeln. Immer wieder kamen die Gäste aus Auerbach dem Ausgleich nahe und immer wieder konnte sich der TV Roßtal durch feine Einzelleistungen oder aufgrund individueller Fehler der Blau-Weißen aus der Affäre ziehen. So zumindest verliefen die zwei Drittel des Spieles, nachdem sich das Team um den wieder einmal als Spielertrainer fungierenden Matthias Schnödt auf den ungeharzten Ball eingestellt hatten. Zu Beginn jedoch hatten die Gäste deshalb mit einigen Problemen zu kämpfen. Zu viele Ballverluste gaben den Mittelfranken die gerne genutzte Chance, frühzeitig das Heft des Spiels in die Hand zu nehmen. Nachdem Auerbach in der dritten Minute zum 2:2 ausgeglichen hatte, gelang den Roßtalern ein 6:1- Lauf, der eine klare Angelegenheit befürchten ließ. Neben einer erneut zu passiven Abwehrleistung der Gäste kamen dem Heimteam in der ersten Hälfte auch ein wenig die teilweise unglücklichen Entscheidungen der Schiedsrichter zu gute, ein Nachteil, den die Unparteiischen in der zweiten Hälfte zumindest streckenweise versuchten auszugleichen. In diese Phase der Verunsicherung fiel zu allem Überfluss eine kaum nachvollziehbare Disqualifikation von Alexander Tannenberger. Hätte nicht Valentin Kroher den anschließenden Strafwurf entschärft, wäre das Spiel bereits zu diesem frühen Zeitpunkt entschieden gewesen. Doch auch die gute Leistung des jungen Torhüters, der in Abwesenheit von Raul Adam und Johannes Reger über die gesamte Distanz gehen musste, konnte den Zwischenspurt der Gastgeber nicht entscheidend aufhalten. Dazu war die Abwehr der Blau-Weißen zu passiv, zu unbeweglich. Während sich die Schnödt-Sieben im Laufe der Partie immer besser mit dem harzfreien Spielgerät anfreundete, blieb sie in der Defensivabteilung auffällig reaktiv. Anstatt selbst zu agieren und den Gegner bereits in der Vorbereitung zu behindern, wurde vielmehr versucht, auf Spielzüge und Wurfversuche zu reagieren. Nach knapp einer Viertelstunde leuchtete eine klare 8:3 Führung von der Anzeigentafel und mit Ausnahme einer stattlichen Anzahl von blau-weißen Fans zeigten sich die knapp 250 Zuschauer sehr zufrieden mit dem wieder einmal starken Heimspiel ihres Teams. Doch Auerbach hatte sich noch nicht aufgegeben und zeigte zumindest im kämpferischen Bereich eine Steigerung im Vergleich zu Vorwoche. Durch Tore von Alexander und Maximilian Hofmann und Florian Kolb, der einen erfolgreichen Tag erlebte und trotz einer Zeitstrafe gegen Maximilian Hofmann kamen die Gäste bis zur 21. Minute wieder auf einen Treffer heran (8:7). Im Anschluss ergab sich ein Spiel zweier Teams auf Augenhöhe mit dem glücklicheren Ausgang für das Heimteam, wenn auch nicht für Lukas Franke, der in der 27. Minute Alexander Tannenberger auf die Tribüne folgen musste. Keiner der Kontrahenten konnte sich mehr entscheidend in Szene setzen und so wurden beim Stand von 11:9 die Seiten gewechselt.
Direkt nach Wiederanpfiff verkürzte Matthias Edtbauer auf 11:10, nachdem er bereits den letzten Treffer vor der Pause erzielt hatte. Mit sechs Feldtoren und zwei Strafwürfen erzielte er zusammen mit Florian Kolb über 60 Prozent der Auerbacher Tore und erwies sich wieder einmal als einer der offensiven Lichtblicke eines ansonsten unglücklich agierenden Teams. Leider gelang es den Gästen auch in der zweiten Hälfte des Spieles nicht, die immer wieder entsehenden Lücken zu schließen. Mehrmals ging Roßtal mit zwei oder gar drei Toren in Führung, konnte jedoch ebenso nicht verhindern, dass die Gäste wieder herankamen und kurz vor dem Ausgleich standen. So zerfahren der Anfang des Spiels der Oberpfälzer auch gewesen sein mochte, so wenig mannschaftliche Geschlossenheit zu Beginn auch zu sehen war, die Bereitschaft zu kämpfen und eine sehr gute Torhüterleistung hielt Blau-Weiß im Spiel. Leider aber auch nicht mehr. Der Ausgleich wollte trotz einiger guter Möglichkeiten einfach nicht gelingen. So bleibt am Ende eine erneut unglückliche Niederlage und die Erkenntnis, dass man sich offenbar gegen vermeintlich schwächere Gegner schwerer tut, als gegen stärkere. Mit zwei Punkten gegen die letzten Drei der Tabelle kann Auerbach nach dem bisherigen Verlauf der Saison keinesfalls zufrieden sein, auch wenn man als Aufsteiger den Klassenerhalt als Ziel ausgegeben hatte. Es steht also einiges an Arbeit an für Matthias Schnödt und seine Co-Trainer, will man am kommenden Sonntag nicht bei der inzwischen deutlich verbesserten SG Regensburg unter die Räder kommen. 

SV 08 Auerbach: Kroher, Kolb (6), Tannenberger, Hofmann M, Schnödt, Bürger (1), Hackenberg, Edtbauer (8/2), Eckert (2), Herold, Hofmann A. (3), Kraus, Hofmann M. (3)
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 23. Januar 2017 um 19:19 Uhr
 
Vorbericht TV Roßtal - SV 08 Auerbach I
Das letzte Spiel der Hinrunde führt die Handballer des SV 08 Auerbach noch einmal nach Mittelfranken. Mit dem TV Roßtal wartet auf die Bergstädter erneut ein Team, das in der unteren Region der Tabelle zu finden ist. Dennoch warnt Matthias Schnödt vor dem heimstarken Gegner, den Viele aufgrund eines erfahrenen Kaders nicht in den Abstiegsrängen vermutet hatten. Zudem müssen sich die Oberpfälzer auf einen ungeharzten Ball einstellen. Anpfiff in der Sporthalle der Mittelschule Roßtal ist um 19:30 Uhr.

Roßtal, ein Markt im mittelfränkischen Landkreis Fürth blickt auf eine über 1.000-jährige Geschichte zurück. Bereits im Jahre 954 erstmals urkundlich erwähnt, verlor die Siedlung mit der Gründung der nahegelegenen späteren Freien Reichsstadt Nürnberg im Jahr 1040 an Bedeutung. Bereits 1328 erhielt der Ort die Stadt- und Marktrechte verliehen, wurde in den folgenden Jahrhunderten zum Spielball der Geschichte – zwischenzeitlich war Roßtal preußisch - und kam schließlich durch Napoleon wieder zu Bayern. Im Jahre 1872 fand der Anschluss Roßtals an das Zeitalter der Technik durch den Bau der Eisenbahnstrecke Nürnberg – Ansbach statt. Auch aufgrund der Tatsache, dass die Stadt im 2. Weltkrieg weitgehend verschont blieb und daher ein Zufluchtsort für ausgebombte Großstädter und später auch Heimat für viele Flüchtlinge aus dem Osten wurde, entwickelte sich „Roschdel“, wie sie im Volksmund heißt, zu einem Ort mit inzwischen etwa 9.500 Einwohnern.
Viel wichtiger für die Handballer ist jedoch einer der bekanntesten Vereine der Stadt. Die Handballsparte des TV Roßtal behauptet sich seit Jahren in den oberen Ligen Bayerns. So konnte mit einem erfahrenen Team auch im Vorjahr die Landesliga auf dem 9. Tabellenplatz und damit ohne Relegation gehalten werden. In der laufenden Saison hatten Viele die Mittelfranken allerdings deutlich stärker erwartet. „Roßtal ist ein sehr unangenehmer und vor allem heimstarker Gegner mit etlichen sehr erfahrenen Spielern“ warnte Matthias Schnödt sein Team vor dem kommenden Gegner. „Wir dürfen uns von ihrer bisher durchwachsenen Bilanz nicht täuschen lassen.“ Vor allem die Heimstärke spricht für den TV. Das Team um Trainer Wolfgang Schmidt hatte letztmals am 17. Oktober 2015 ein Spiel in eigener Halle verloren, bevor man sich in der aktuellen Saison am zweiten und am dritten Spieltag zuhause geschlagen geben musste. Dabei unterlag man der HSG Lauf/Heroldsberg nur knapp mit 25:26 und danach dem MTV Ingolstadt mit 32:27.
Ein weiterer Grund, warum Matthias Schnödt die Aufgabe in Roßtal nicht auf die leichte Schulter nimmt, ist der erfahrene Kader der Mittelfranken. Allen voran ist wohl Sebastian „Sebi“ Schuh (30) zu nennen. Der Linkshänder ist den Auerbachern durchaus bekannt aus seiner Zeit beim HC Sulzbach-Rosenberg, wo er einige Jahre auf der rechten Rückraumposition für Furore sorgte, bevor er wieder zu seinem Heimatverein zurückkehrte. Mit seiner Erfahrung und seinem Können ist er einer der torgefährlichsten Linkshänder der gesamten Liga und hat im laufenden Wettbewerb bereits 70 Treffer erzielt. Auf der anderen Seite steht mit Lukas Franke (29, 24 Tore) ein ähnlich erfahrener Spieler, der vor allem auch sehr gut mit seinem Linksaußen interagiert. Dominik Schmidt (27) legt diese Position durchaus flexibel aus und wirft seine Tore auch immer wieder aus dem Rückraum. Mit 52 Treffern belegt er derzeit den zweiten Platz in der internen Torschützenliste der Mittelfranken. Den wurfgewaltigen Rückraum des TV komplettiert die stark besetzte Mittelposition. Da ist zum einen Dietmar Mathias (31) zu nennen, den manch ein Auerbacher noch aus seiner Zeit bei der Reserve des HC Erlangen kennt. Sören Hirschsteiner (30), ebenfalls ein erfahrener Spielmacher, und Armin Hofer (23) sowie Steffen Schmitt (21) komplettieren die Mitte des Roßtaler Rückraums. Schmitt, der mit 48 Treffern Platz Drei der Roßtaler Torschützenliste belegt, zeigt auch immer wieder seine Nervenstärke vom Siebenmeterpunkt.
Der Auerbacher Abwehr steht somit eine schwere Aufgabe bevor. Bereits direkt nach dem Heimspiel gegen Ansbach kündigte daher Matthias Schnödt für die gesamte Trainingswoche an, neben dem Training ohne geharzten Ball sein Augenmerk vor allem auf die Defensivarbeit zu legen. „Wir müssen aggressiver und konzentrierter und auch mehr miteinander arbeiten als noch zuletzt“. Leider kann Schnödt nur wenig Gutes von personeller Seite berichten. Raul Adam und Maxim Pankraz werden ebenso ausfallen, wie Paul Neuß. Letzterer befindet sich zwar auf dem Weg der Besserung, hat jedoch erst wieder mit leichtem Aufbautraining begonnen. Während Sebastian Bürger wieder dabei sein kann, ist ein Einsatz von Thomas Bauer sehr fraglich. Er hatte sich bereits letzten Freitag einen Außenbandriss zugezogen, weshalb er im Spiel gegen Ansbach nur sporadisch eingesetzt werden konnte. Roßtal möchte den Oberpfälzern aufgrund des bisherigen Saisonverlaufes zwar die Favoritenrolle zuschieben, die aktuelle Spielerdecke und die äußeren Umstände wie die Heimstärke des Gegners oder der harzfreie Ball sprechen jedoch eine andere Sprache. „Um in Roßtal zu punkten, müssen wir uns in allen Belangen deutlich steigern“ lautete deshalb auch die Vorgabe des Trainers. „Wir fahren nicht nur hin, um uns den historischen Ortskern anzusehen.“

Aufstellung: Kroher, Reger, Bauer (?), Tannenberger, Kolb, Edtbauer, Eckert, Hackenberg, Kraus, Herold, Bürger, Hofmann M., Hofmann A.
Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 20. Januar 2017 um 19:37 Uhr
 
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