19 | 11 | 2019
1.Mannschaft
Vorbericht HSG Lauf-Heroldsberg - SV 08 Auerbach I
Mit einer Rumpftruppe treten am Samstag die Handballer des SV 08 Auerbach bei der HSG Lauf-Heroldsberg und damit beim derzeitigen Tabellenführer an. Geht es nach Trainer Matthias Schnödt, dann haben die Oberpfälzer eines der einfachsten Spiele der Saison vor der Brust, denn sie könnten gegen den haushohen Favoriten unbeschwert aufspielen und wie im Vorjahr versuchen, das Kunststück zu wiederholen, einen Auswärtspunkt zu ergattern. Für mitreisende Fans sei darauf hingewiesen, dass das Spiel nicht in Lauf, sondern in der Gründlachhalle in Heroldsberg stattfindet. Diese wird derzeit saniert, wodurch sich auch die Zufahrt etwas schwierig gestaltet. Anpfiff ist um 19:00 Uhr.

Nach dem überzeugenden und zu keiner Zeit gefährdeten Heimsieg gegen den Tabellen-Vorletzten HC Forchheim treten die Handballer des SV 08 Auerbach diesmal gegen einen der Top-Favoriten auf den Meistertitel an. „Die Laufer stehen momentan dort, wo ich und viele Andere sie schon in der letzten Saison erwartet haben“ erklärte Matthias Schnödt. Schon damals galten die Mittelfranken als heißer Kandidat für den Aufstieg in die Bayernliga. Doch nach einem guten Start kamen sie aus diversen Gründen ins Schleudern, wiesen zum Ende der Hinrunde gerade einmal 13:13 Punkte aus und lagen im Mittelfeld der Tabelle. Auch die Rückrunde gestaltete sich eher holprig, sodass am Ende sogar das Abstiegsgespenst in Lauf umging. Mit einem klaren 37:18 Kantersieg gegen die bereits als Absteiger feststehende HSG Rödental-Neustadt konnte man erst am letzten Spieltag den Klassenerhalt sichern und landete letztlich mit 26:26 Zählern auf Rang Neun, einen Platz vor den punktgleichen Auerbachern.
In der aktuellen Runde klappt es deutlich besser und Matthias Schnödt weiß auch warum. „Sie haben ein überdurchschnittlich stark besetztes und spielstarkes Team, mit guten Leuten im Rückraum und am Kreis. Außerdem stellen sie eine aggressive Abwehr und haben mit MvB einen der besten Torhüter der Liga.“ Damit wäre auch schon grob umrissen, was auf die Bergstädter zukommt. Neben den in Auerbach bestens bekannten Max von Borstel (MvB) im Tor und Daniel Laugner am Kreis sind vor allem die beiden Rückraumakteure Florian Funke und Jens Scheuerer zu nennen. Funke, der in Bayreuth und Sulzbach schon mehrere Jahre Bayernliga-Erfahrung sammeln konnte, war in der laufenden Saison erst sechsmal am Start, hat aber mit 29 Toren fast fünfmal pro Spiel getroffen. Unangefochten an der Spitze der Torschützen, nicht nur im Team, sondern auch in der Staffel, liegt aber Jens Scheuerer. Mit 69 Toren in acht Spielen führt er die Liste der Nord-Staffel an und hat damit pro Spiel sogar mehr Tore erzielt als Manuel Riemschneider vom Eichenauer SV, der mit 74 Treffern in neun Partien die Süd-Staffel klar dominiert. Insgesamt gesehen stellen die Mittelfranken aktuell den besten Torschützen, die zweitbeste Angriffsreihe und die zweitbeste Abwehr der Staffel. Nicht umsonst stehen sie also nach acht Siegen und nur einer knappen Niederlage beim MTV Ingolstadt an der Spitze der Tabelle, auch wenn man nicht außer Acht lassen sollte, dass von den neun bisher gespielten Partien sechs in eigener Halle stattfanden. Das Spiel gegen Auerbach bedeutet für Trainer Markus Korn und sein Team gleichzeitig das siebte Heimspiel insgesamt und das vierte in Folge.
Da kommt es für Matthias Schnödt zur Unzeit, dass ihm ausgerechnet an diesem Wochenende nur eine Rumpftruppe zur Verfügung steht. Jan Wislicenus wird wegen seiner Schulterverletzung ebenso ausfallen, wie Raul Adam, der verhindert ist und Schnödt selbst, dessen Hand inzwischen zwar schmerzfrei aber noch nicht stabil genug für einen Einsatz ist. Lukas Weisser und Max-Anton Seiffert sind in der A-Jugend- Bayernliga beim TuS Fürstenfeldbruck aktiv und Thomas Bauer kann aus beruflichen Gründen ebenfalls nicht aushelfen. „Ich weiß nicht einmal, ob wir überhaupt einen zweiten Torhüter dabei haben werden“ umschrieb Matthias Schnödt die personellen Probleme für Samstag. Dennoch will er nicht den Eindruck erwecken, man wolle das Spiel abschenken. „Wir wollen uns möglichst gut verkaufen. Dafür brauchen wir vor allem eine konzentrierte und aggressive Abwehrleistung. Leider wird uns gerade da Jan (Wislicenus) sehr fehlen.“ Doch auch gegen die zweitbeste Defensivreihe der Staffel müssen sich die Bergstädter etwas einfallen lassen. „Wir müssen unser Angriffsspiel konzentriert und geduldig vortragen und dürfen die Chancen, die sich uns bieten, nicht auslassen.“ Schnödt und sein Team wissen, dass es einerseits schwer wird, dass sie andererseits aber auch ohne Druck ins Spiel gegen den Favoriten gehen können. „Eigentlich haben wir keine Chance, aber die wollen wir nutzen“ lautet deshalb die Vorgabe für Samstagabend.
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 20. November 2017 um 19:20 Uhr
 
Vorbericht SV 08 Auerbach I - HC Forchheim
Am Sonntag empfangen die Handballer des SV 08 Auerbach den aktuellen Tabellen-Vorletzten HC Forchheim und treten damit bereits zum vierten Mal gegen einen Aufsteiger an. Nach dem glücklichen Auswärtspunkt vor einer Woche erwartet Trainer Matthias Schnödt für das Heimspiel von Beginn an eine konzentriertere Leistung und hofft gleichzeitig auf einen gewissen Motivationsschub durch Neuzugang Florian Wehner. Anpfiff in der Helmut-Ott-Halle ist um 16:00 Uhr, bereits um 12:00 Uhr spielen die männliche C-Jugend gegen den HC Hersbruck und um 14:00 Uhr die Zweite Mannschaft gegen die HG im TV 1861 Amberg.

Als die 1. Männermannschaft des SV 08 Auerbach letztmalig auf ein Team aus Forchheim traf, ging es für die Oberpfälzer um nicht weniger als den Aufstieg in die Bayernliga. Unterstützt von einem riesigen Tross blau-weißer Fans gewann man damals in Forchheim und beendete mit dem Meistertitel eine äußerst erfolgreiche Saison. Zu jener Zeit firmierten die Oberfranken noch unter dem Namen VfB 1861 Forchheim und waren die größte und erfolgreichste Abteilung des ältesten Sportvereins der Stadt. Nachdem seit der Saison 2011/12 bereits die Jugendteams unter dem neu gegründeten Handball Club (HC) Forchheim antraten, folgten in der Saison 2012/13 auch die Erwachsenen-Mannschaften. Auch wenn der HC nach mehreren Jahren in der BOL nun als Aufsteiger in die Landesliga zurückkehrt, darf man nicht übersehen, dass in Forchheim viele Jahre sehr erfolgreich gearbeitet wurde. So spielte die Mannschaft in den Jahren 2001/02 und 2003 bis 2007 in der Regionalliga, der heutigen 3. Liga. Größter Erfolg neben den beiden Bayerischen Meistertiteln war die Regionalliga-Vizemeisterschaft im Jahr 2005. Nach dem Rückfall in die BOL und der Neuausrichtung befindet man sich nun wieder auf dem Weg nach oben und erhofft sich für die laufende Runde den Klassenerhalt in der Landesliga.
Hierzu wurde das Team um das Trainer-Duo Dirk Samel/Matthias Gieck kräftig aufgestockt. Samel steht bereits seit 2012 hauptverantwortlich an der Seitenlinie und Gieck ist als ehemaliger Spieler ebenfalls seit Langem bei den „Flippers“, wie sich das Team selbst nennt. Nachdem man am Ende der Meister-Saison mit Tobias Hallmann, Dominik Hecht und Florian Schindler drei langjährige und leistungsfähige Säulen verabschiedet hatte, verstärkte man das Team mit mehreren jungen und „hungrigen“ Akteuren aus der Region und gewann zudem die Dienste eines ehemaligen Forchheimer Routiniers zurück. So bildet der bisherige A-Jugendliche Alexander Stöckel vom HC Erlangen zusammen mit Tobias Radina ein durchschlagkräftiges Duo am Kreis. Radina bringt dabei mehrere Jahre Drittliga-Erfahrung mit, zuletzt bei der SG Köndringen-Teningen. Der sperrige und in der Abwehr aggressiv arbeitende Kreisläufer dürfte eine der größten Herausforderungen für die Schnödt-Sieben darstellen. Zusammen mit Rückraum-Shooter Stefan Bauer, der mit insgesamt 57 Treffern Platz Fünf der aktuellen Staffel-Torschützenliste belegt, ist er für fast die Hälfte aller Forchheimer Tore verantwortlich. „Der HC hat mit Bauer und Radina zwei brandgefährliche Spieler“ warnte auch Matthias Schnödt.
„Außerdem haben sie zwei gute Torhüter.“ Zumindest einen von beiden kennt man in Auerbach ganz gut. Matthias „Matze“ Müller, der nach einer Saison, in der er beim damaligen Bayernliga-Meister Auerbach zwischen den Pfosten stand, zurück nach Sulzbach wechselte, kam 2016 nach Forchheim und hat sich seither zu einer festen Größe bei den Oberfranken entwickelt. Ihm zur Seite steht neuerdings Clemens Rein. Ehemals beim TV Erlangen-Bruck wechselte er zum HC Erlangen II und war mitverantwortlich für den Aufstieg in die 3. Liga. Ebenfalls vom HC Erlangen kamen die mit Doppelspielrecht ausgestatteten A-Jugendlichen Philipp Opitz und Colm Thiel. Letzterer verfügt als irischer Nationalspieler bereits über internationale Erfahrungen. „Forchheim bevorzugt ein schnelles Spiel und ist ein unangenehmer Gegner“ gab Matthias Schnödt seinem Team als Vorgabe mit. Zudem betonte er schon fast gebetsmühlenartig die verbesserungswürdige Verwertung der Chancen. „Wir müssen uns viel mehr selbst belohnen.“ Vor allem auch bei der Verwertung der Strafwürfe sieht er Nachholbedarf. Dabei kann es nicht beruhigen, dass ausgerechnet der HC Forchheim das einzige Team mit einer noch schlechteren Treffer-Effizienz vom Siebenmeterpunkt ist.
Leider kann Schnödt an diesem Wochenende möglicherweise nicht auf die angeschlagenen Jan Wislicenus und Lukas Weisser zurückgreifen. Dagegen erhofft sich der Trainer einen deutlichen Schub von Neuzugang Florian Wehner. Der Linksaußen ist am Sonntag erstmals für sein neues Team spielberechtigt und bringt laut Schnödt die nötige Intensität für die Landesliga mit sich. „Die bisherigen Eindrücke im Training waren sehr gut. Er ist eine klare Verstärkung für unser Spiel.“ Auch wenn es gegen einen Aufsteiger geht, steht den Blau-Weißen ein schweres Spiel bevor. „Aber wir spielen vor eigenem Publikum und sollten mit der nötigen Einstellung in die Partie gehen, denn mit einem Sieg können wir uns von den Abstiegsrängen etwas absetzen und zudem einen direkten Mitkonkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt distanzieren.“
Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 10. November 2017 um 07:44 Uhr
 
Spielbericht MTV Stadeln - SV 08 Auerbach I
Nach einem Spiel, das durch überdurchschnittlich viele und für beide Seiten nicht immer nachvollziehbare Pfiffe der Unparteiischen sehr zerfahren wirkte, trennten sich der MTV Stadeln und der SV 08 Auerbach mit 26:26 (15:13). Trainer Matthias Schnödt war mit seinem Team, vor allem aber mit dem Auswärtspunkt durchaus zufrieden, zumal die Gastgeber über weite Strecken des Spiels in Führung lagen. Während Stadeln um einen Tabellenplatz nach oben kletterte, konnte Auerbach seine Position halten und liegt mit nun 7:7 Zählern weiterhin auf Rang Acht, nur zwei Tore hinter dem punktgleichen ASV 1863 Cham.

MTV Stadeln - SV 08 Auerbach: 26:26 (15:13)

Noch 124 Sekunden sind zu spielen, als Michael Neumaier sein Team mit 26:25 in Führung bringt, ein Tor das der endgültige Auftakt für eine hektische Schlussphase sein sollte. Kurz zuvor hatte Jan Wislicenus den erst zweiten Ausgleich für den SV 08 Auerbach erzielt. Mehr als zwei Minuten sind im Handball bekanntlich eine lange Zeit und die Gäste hatte nun alle Möglichkeiten der Welt, sich einen Auswärtspunkt zu verdienen. Önder Toprak im Tor der Mittelfranken jedoch hatte etwas dagegen, wehrte den Wurfversuch der Oberpfälzer ab und gab seinem Team den Ball für 20 Sekunden zurück. Stadeln versuchte den Sieg über die Runden zu bringen, wollte den Ball halten und die Zeit ablaufen lassen. Doch die Unparteiischen erkannten zur Überraschung Aller fast augenblicklich auf Zeitspiel und hielten die Uhr bei 59:51 Minuten an. Zu allem Überfluss weigerte sich Toprak, den Ball an Auerbach herauszugeben, was dazu führte, dass er sich nicht nur die Rote, sondern auch die Blaue Karte (Bericht und mindestens ein Spiel Sperre) einhandelte. Außerdem präsentierte er damit dem Gegner einen Strafwurf, den Jan Wislicenus zur großen Freude seines Teams sicher verwandelte.

„Wir haben wieder zu viele Möglichkeiten liegen gelassen. Gerade bei einem Unentschieden ärgert man sich natürlich noch mehr über vergebene Chancen, verworfene Siebenmeter und technische Fehler. Andererseits haben wir auswärts gespielt und sind über weite Strecken einem Rückstand hinterher gelaufen. Wir haben uns nicht aufgegeben, haben immer an uns geglaubt und sind am Ende mit einem Punkt belohnt worden."

Gleichzeitig zeigte sich Matthias Schnödt von der Leistung der Unparteiischen enttäuscht. „Ich kann mir gut vorstellen, dass Stadeln sich über die Pfiffe in den letzten Minuten extrem ärgert. Auch wir hatten bei mehreren Entscheidungen Probleme, sie zu verstehen." So war es bereits in der ersten Hälfte im Rahmen einer Auerbacher Auszeit zu Unstimmigkeiten gekommen. Schnödt hatte die Grüne Karte bereits in der Hand, wollte die Zeit jedoch so lange wie möglich nutzen. Als er das Gefühl hatte, die Unparteiischen wollten das Zeitspiel anzeigen, legte er die Karte auf den Zeitnehmertisch. „Ich bin mir absolut sicher, dass noch keiner die Hand gehoben hatte. Am Ende der Auszeit kam einer der Beiden zu mir und erklärte, wir hätten nur noch fünf Pässe übrig, was natürlich alles zuvor Besprochene zunichte machte." Überhaupt sorgten die Unparteiischen für ein sehr zerfahrenes Spiel. 18 Strafwürfe, 16 Strafzeiten und eine Rote Karte mit Bericht, mit solch einer Anzahl an Pfiffen kommen viele Schiedsrichter zwei oder gar drei Spiele aus.

Die Liste zeigt jedoch auch, dass beide Abwehrreihen nicht ihren besten Tag erwischt hatten. Auf Seiten der Gastgeber war es vor allem Michael Neumaier, der immer wieder für Torgefahr sorgte und mit seiner individuellen Klasse mindestens zwei gegnerische Spieler auf sich zog. Die frei gewordenen Räume im Auerbacher Defensivverbund konnten dann von seinen Nebenleute genutzt werden. Die Abwehr der Gäste erwies sich vor allem in der ersten Hälfte als unsortiert und teilweise überfordert. „Wir haben es speziell Michael Neumaier viel zu einfach gemacht" so Matthias Schnödt.

Stadeln konnte sich einen kleinen Vorsprung erspielen, diesen in der 18. Minute auf 9:5 ausbauen, nur um bereits in der 24. Minute den Anschlusstreffer durch Julian Eckert hinnehmen zu müssen (10:9). Doch näher kamen die Bergstädter nicht heran. „Immer wenn wir dran waren, haben wir uns durch Fehler selbst die Möglichkeit genommen, auszugleichen oder vorbei zu ziehen" erklärte Schnödt. Beim Stand von 15:13 wurden die Seiten gewechselt.

In der zweiten Hälfte lief das Spiel für lange Zeit ähnlich weiter. Stadeln gab den Takt vor, doch Auerbach blieb in der Partie. Selbst als die Mittelfranken in der 40. Minute erneut mit vier Toren in Front lagen (19:15), ließ die Antwort nicht lange auf sich warten. Mit einem 2:5 Lauf arbeiteten sich die Bergstädter wieder heran, wobei sie geschickt einige gegen den MTV verhängte Zeitstrafen nutzten. Erst in der 55. Minute gelang Auerbach mit einem Doppelschlag durch Thomas Bauer und Julian Eckert der lange ersehnte und von den wenigen mitgereisten Fans - unter ihnen Andreas Bayerschmidt - gefeierte Ausgleich (24:24). Dann waren noch 124 Sekunden zu spielen, als Michael Neumaier - der Rest ist bekannt.

Matthias Schnödt richtete bei aller Freude über diesem wichtigen Punktgewinn seinen Fokus bereits auf das kommende Wochenende. „Auswärts-Unentschieden sind immer gewonnene Punkte und heute einen gegen ein Team zu holen, das wie wir um den Klassenerhalt kämpft, war enorm wichtig. Er ist jedoch wenig wert, wenn wir am nächsten Sonntag im Heimspiel gegen den HC Forchheim nicht ebenfalls gewinnen."

SV 08 Auerbach: Kroher, Adam, Tannenberger (4/1), Bauer (3/2), Brendel-Suchanek (1), Bürger, Ziegler, Eckert (2), Wislicenus (4/2), Herold (1), Hofmann A. (1), Pankraz (6/2), Schalanda (4)
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 06. November 2017 um 07:45 Uhr
 
Vorbericht SV 08 Auerbach I - MTV Stadeln
Wenn die Handballer des SV 08 Auerbach an diesem Samstag beim MTV Stadeln ihr viertes Auswärtsspiel bestreiten, dann treten sie zum dritten Mal bei einem Aufsteiger an. Mit ihrem neuen Trainer Lazlo Ferencz (63) und vier neuen Spielern wollen die Mittelfranken, die mit lediglich drei Remis souverän durch die BOL marschiert waren, auch in der Landesliga bestehen. Nach zuletzt vier Niederlagen soll der Anschluss ans Mittelfeld wieder hergestellt werden. Für Auerbach geht es darum, den Schwung aus dem Sieg gegen Münchberg aufzunehmen und eventuell auch in fremder Halle zu punkten. Anpfiff in der Sporthalle Stadeln ist um 19:00 Uhr.

Nach vielen Jahren treten die Handballer des SV 08 Auerbach am Samstag wieder einmal in der Sporthalle in Stadeln an. Zuletzt traf man im März 2009 aufeinander und trennte sich mit dem für Auerbach höchsten Sieg (39:21) der Saison, an deren Ende der Aufstieg in die Bayernliga stand. Von 2009 bis 2011 wurden die Fürther dann von Klaus Jahn trainiert, bevor er nach Auerbach kam und den nächsten Aufstieg der Bergstädter mitgestaltete.

In der aktuellen Runde eint die beiden Teams neben dem Saisonziel auch die Unstetigkeit ihrer Besetzung, denn auch der Aufsteiger aus Mittelfranken hat sich den Klassenerhalt vorgenommen, muss aber immer wieder auf einzelne Akteure aus beruflichen Gründen verzichten. Für Lazlo Ferencz, den vor der Saison neu verpflichteten Trainer, keine leichte Aufgabe, auch wenn sie sich von den Vorgaben seiner vormaligen Arbeitgeber deutlich unterscheidet. Der ehemalige Erstligaspieler Rumäniens und Torhüter beim Regionalligisten TuSpo Nürnberg übernahm nach Stationen in Lauf, Winkelhaid, Erlangen-Bruck, Zirndorf und Feuchtwangen diesmal ein Team, bei dem die Vorgabe eben nicht „Aufstieg" lautet, auch wenn ihm dieses Kunststück in seiner bisherigen Trainer-Karriere bereits mehrmals gelang.

Um die höhere Klasse zu halten, wurde das Meisterteam mit vier Neuzugängen verstärkt. So kamen vom HC Erlangen mit Torben Wanzek (19) und Alex Michalowski (22) zwei junge Rückraumspieler. Dabei kommt Wanzek, dem der Schritt aus der A-Jugend- Bayernliga ins Drittligateam des HC nicht ganz gelang, über die linke Rückraumseite und nutzt dort seine Körpergröße von 1,90 Metern, während der nur zwei Zentimeter kleinere Michalowski vielseitig einsetzbar ist und vor allem auch defensive Aufgaben übernimmt. Hier steht ihm mit Florian Kopatsch (29) ein weiterer Neuzugang zur Seite. Der gebürtige Hamburger kam vom TS Herzogenaurach und ist mit 1,94 Metern und 100 Kilogramm prädestiniert als Abwehrbollwerk, sowie für seine Offensivposition am Kreis. Letzter im Bunde ist Linkshänder Frederik Frühbauer (28), der bereits Erfahrungen beim HaSpo Bayreuth sammelte und halbrechts oder rechts außen eingesetzt wird.

Neben den Neuen gibt es ein paar Namen, die man in Auerbach bereits kennt. Zum einen hat man schon von Martin Heidingsfelder gehört, zum anderen steht mit Benjamin Funke ein ehemaliger Spieler des HaSpo Bayreuth und des HC Sulzbach-Rosenberg im Aufgebot. Allen voran ist jedoch Michael „Iba" Neumaier zu nennen. Den Blau-Weißen bestens bekannt aus einer sehr erfolgreichen Zeit beim HaSpo Bayreuth, wo er dem Bayernliga-Team nicht nur als Kapitän vorstand, sondern mit seinen Toren aus dem linken Rückraum für viele der Bayreuther Siege mitverantwortlich war. Nach Abschluss seines Studiums verschlug es ihn beruflich in die Metropolregion, wo er sich in der vergangenen Saison den Fürthern anschloss. Seine Tore haben den MTV in die Landesliga gebracht und sie sind es, die das Team dort auch immer wieder konkurrenzfähig macht. In der laufenden Runde hat er mit 39 Treffern bereits wieder die Spitze der internen Torschützenliste inne, obwohl er bisher nur vier Partien absolviert hat. Ob und inwieweit „Iba" gegen Auerbach antreten wird, hängt davon ab, wann er von einem dreiwöchigen Südafrika-Aufenthalt zurück kommt.

Die Abhängigkeit von einem einzelnen Spieler ist eines der Probleme, mit denen Trainer Ferencz zu kämpfen hat. Daneben sind einige seiner Akteure immer wieder beruflich unabkömmlich, sodass weitreichende Umstellungen im Team notwendig werden. Dennoch startete der MTV vielversprechend in die Saison. Ein deutlicher Sieg gegen Mitaufsteiger Marktsteft, eine knappe Niederlage in Cham und ein überraschender Sieg in Sulzbach ließen die Liga aufhorchen. Seither jedoch hagelte es vier, teils deftige Niederlagen, sowohl auswärts, als auch in eigener Halle. Zwar fehlte in den letzten drei Begegnungen mit Neumaier der Haupttorschütze, weshalb nicht mehr als 22 Treffer pro Spiel gelangen, andererseits musste man in allen vier Spielen mindestens 30 Tore hinnehmen. Zuletzt ließ man zuhause gegen Mitaufsteiger Forchheim 36 und in Lauf gar 38 Treffer zu und liegt mit 218 Gegentoren insgesamt auf dem vorletzten Platz aller Abwehrreihen. Lediglich Aufsteiger HSV Hochfranken hat zehn Tore mehr kassiert.

Für Matthias Schnödt und sein Team könnten die Vorgaben also stark vereinfacht lauten: Michael Neumaier möglichst isolieren und die eigenen Chancen nutzen. Mit welchem Team man beim Tabellen-Zwölften auftreten kann, war nicht endgültig abzusehen, zumal die Verletzung von Matthias Edtbauer erneut einen Einsatz verhindern könnte und die beiden Jugendlichen möglicherweise mit ihren jeweiligen Teams andernorts antreten müssen. „Egal mit welchem Team, wir fahren nach Stadeln, um dort zu gewinnen" gab Schnödt selbstbewusst die Marschroute vor.
Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 03. November 2017 um 21:55 Uhr
 
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