16 | 09 | 2019
Freude am Spiel und Teamgeist

Training der Handballminis macht Spaß und fördert Kinder auf sportliche Weise - Top-Trainerteam

Auerbach. (swt) 260 Tore, 60 Kinder und jede Menge Spaß gab es in der Helmut-Ott-Halle in Auerbach, als die Handballminis aus der Region zeigten, was sie im Umgang mit dem Ball so alles drauf haben. Unter der Anleitung von Annegret Kaufmann und Cordula Raß richtete der SV 08 Auerbach diesen Spieltag aus. Zahlreiche Eltern halfen hinter den Kulissen beim Aufbau der Geräte und beim Verkauf von Speisen kräftig mit.

Seit sechs Jahren trainiert die 69-jährige Annegret Kaufmann die Handballminis. In der ehemaligen DDR hat sie 17 Jahre lang höherklassig Handball gespielt, aber eigentlich mit dem Sport schon lange abgeschlossen. Als Spartenleiter Dieter Jasper sie 2005 fragte, ob sie sich vorstellen könnte, den Nachwuchs unter ihre Fittiche zu nehmen, sagte sie einfach zu. "Eigentlich hatte ich nicht gedacht, noch mal mit Handball anzufangen. Aber es macht sehr viel Spaß."

Vom Fieber gepackt

Cordula Raß hatte keine Handballerfahrung, bis ihr Sohn Thomas bei den Minis begann. Als er in die E-Jugend wechselte, suchte der Verein Betreuer. "Man hat mich angesprochen und gefragt, ob ich mir das vorstellen könnte. Das eigene Kind trainieren, das wollte ich aber nicht, so begann ich bei den Minis." Mittlerweile ist Cordula Raß so vom Handballfieber gepackt, dass sie sogar an einem halbjährigen Trainerlehrgang teilnahm. In theoretischen und praktischen Prüfungen findet er momentan für einige Auerbacher Handballgewächse seinen Abschluss.

Training der Handballminis macht Spaß und fördert Kinder auf sportliche Weise - Top-Trainerteam

Elf Kinder von sechs bis acht Jahren machen derzeit bei den Minis mit. Viel Wert wird auf den Spaß an der Bewegung und den Teamgeist gelegt. "Das Gewinnen ist zunächst mal nicht so wichtig", meint Annegret Kaufmann. Werfen, Fangen und Körperbeherrschung nennt sie als die Punkte, die bei den Minis zunächst geübt werden. Das geht schon beim Aufwärmen mit bunten Springseilen los. "Hier werden alle Muskeln beansprucht, und gleichzeitig wird die Koordination geschult", erklärt die 69-Jährige.
Geduldig erklärt sie ihren Schützlingen, wie sie das Seil richtig nehmen sollen. "Das Seil ist aber kein Gürtel", ermahnt sie ein kleines Schlitzohr, das sich das rote Band lieber um die Hüften wickelt, als zu springen. Danach bilden die Kinder einen Kreis für ihre Dehnübungen. "Die Fersen bleiben am Boden, wir strecken unsere Beine", schallt es durch die Halle. Grinsend übertreffen sich die Kinder, wer denn nun am weitesten die Füße ausstrecken kann.
"Auch Fingerübungen stehen auf dem Programm. Am Anfang ist es nämlich sehr schmerzhaft, den Ball zu fangen, das will gelernt sein." Um die Finger gelenkig und schmerzunempfindlicher zu machen, übt Annegret Kaufmann mit den Kindern. Sie dehnen die Finger, machen spezielle Fingergymnastik. Den Kleinen macht das Spaß.

Vorerfahrung nicht nötig

Dennoch plagen auch die Handballer des SV 08 Auerbach Nachwuchssorgen. Waren es in der Voraison noch 20 Kinder, die in zwei Mannschaften gemeldet waren, spielen heuer nur elf Kinder. Dabei braucht es keinerlei Vorerfahrung, wie die Trainerinnen betonen.
"Natürlich merken wir es, wenn die Kinder schon ein paar Jahre im Kinderturnen waren. Aber auch wer erst anfängt, Sport zu machen, ist willkommen." Geduld sei gefragt, meint die erfahrene Betreuerin. Manche seien halt schneller, andere brauchen länger, bis sie aus sich herausgehen und den Dreh heraus haben.
Um die Scheu zu überwinden und das Gelernte auch mal anzuwenden, dazu sind die Spieltage da. Sechs gibt es in dieser Saison; dafür sind die Handballminis in den nächsten Wochen jedes Wochenende unterwegs. "Gott sei dank unterstützen uns die Eltern. Viele fahren mit, sonst wäre das gar nicht zu stemmen."

Von (swt)  |  15.10.2011