21 | 10 | 2019
1.Mannschaft
Spielbericht SV 08 Auerbach I - HG Ansbach
Mit einem verdienten, aber mehr als schmeichelhaften 39:32 (20:14) Sieg gegen den aktuellen Tabellenletzten HG Ansbach  starteten die Handballer des SV 08 Auerbach vor knapp 200 Zuschauern ins Jahr 2017. In einem Spiel zweier eklatant schwacher Abwehrreihen genügte den Gastgebern eine zehnminütige Schwächephase des stark dezimiert angereisten Mitaufsteigers aus Mittelfranken um sich bereits vor der Pause entscheidend abzusetzen. Die Oberpfälzer belegen mit nun 16:8 Zählern punktgleich mit der SG Regensburg Rang Vier.
 
SV 08 Auerbach - HG Ansbach: 39:32 (20:14)

Selten hat man in der Helmut-Ott-Halle derart viele lange Gesichter nach einem klaren Sieg gesehen. Betrachtet man nur die Statistiken, so könnte man durchaus eine klare Angelegenheit vermuten und die weitgehende Unzufriedenheit aller Beteiligter als Jammern auf hohem Niveau abtun. Dabei zeigte sich Gästetrainer Bernd Hitzler noch am wenigsten enttäuscht über die soeben zu Ende gegangene Partie und das relativ klare Ergebnis. „Auerbach hat unsere Schwächephase vor der Pause genutzt und daher verdient gewonnen. Allerdings bin ich stolz auf mein Team, dass es trotz der widrigen Umstände lange Zeit nicht nur mitgehalten, sondern fast auf Augenhöhe agiert und 32 Tore erzielt hat." Damit sprach er einerseits die personelle Situation seiner Mannschaft und andererseits die überraschend schwache Abwehrleistung des Gastgebers an. Mit nur einem Auswechselspieler angereist, hatten sich die Mittelfranken schon vor der Partie eigentlich wenig Hoffnung auf Zählbares gemacht. Auerbach musste zwar ebenfalls einige Ausfälle kompensieren, konnte jedoch mit Ausnahme von Raul Adam im Tor mit der „Ersten Sieben" antreten. Während die beiden Ersatztorhüter Valentin Kroher und Johannes Reger eine durchaus solide Leistung boten, erwiesen sich ihre Vorderleute über weite Strecken des Spiels nicht in der Lage, ihre Fähigkeiten abzurufen und den bisher punktlosen Gast zu dominieren. 
„Eigentlich hatten wir gehofft, wir kämen, ähnlich wie in etlichen Spielen zu Beginn der Saison, über eine starke Abwehr ins Spiel. Allerdings hätten wir dazu viel disziplinierter agieren müssen" klagte ein trotz des Sieges eher enttäuschter Maximilian Hofmann nach dem Spiel. „Kaum einer hat sich an Absprachen gehalten, jeder hat irgendwie gemacht, was er wollte." Zudem ließ sich die blau-weiße Defensivabteilung immer wieder mit einfachen Mitteln düpieren. So mussten die Haupttorschützen der Gäste, Maximilian Heumann, Michael Segerer und Michael Liebich, ihre Trickkiste kaum öffnen, denn ein einfacher Überzieher, ein kleiner Wackler oder ein angetäuschter Sprungwurf reichten aus, um die Gästeabwehr vor scheinbar unlösbare Aufgaben und die Torhüter vor einen freien Werfer zu stellen. Mehrmals gelang den Gästen in Unterzahl ein Treffer und selbst mit zwei Spielern mehr auf dem Platz war Auerbach nicht jedes Mal in der Lage, sie vom Torwurf abzuhalten. Dass auch die Abwehr der Gäste eher dem sprichwörtlichen Schweizer Käse glich, muss bei 39 blau-weißen Treffern wohl nicht eingehender erläutert werden. „Man hat gesehen, dass in den vier Wochen Pause bei einigen etwas Rost angesetzt hat" versuchte Spartenleiter Paul Rupprecht die Probleme zu begründen. „Bei all dem Negativen darf jedoch nicht vergessen werden, dass Ansbach auch in anderen Hallen schon knappe Ergebnisse erzielt hat." Für Co-Trainer Hofmann liegt ein Großteil der Verantwortung auf der Unerfahrenheit seines Teams. „Wir hatten heute keinen, der selbst in Situationen, in denen wir obenauf waren, für etwas Ruhe im Spiel gesorgt und das Team geführt hat. Einen derart geschwächten Gegner muss man viel klarer dominieren und darf ihn nicht so lange im Spiel halten." 
So musste sich Auerbach auf die zehn Minuten vor der Pause verlassen, in denen Ansbach mehrere Chancen vergab und den Oberpfälzern die Möglichkeit eröffnete, das bis dahin ausgeglichene Spiel vorübergehend an sich zu reißen. Innerhalb weniger Minuten verwandelte das Heimteam ein 13:13 Unentschieden in ein vorentscheidendes 20:13 und nutzte dabei auch einige ungeschickt verursachten Strafzeiten der Gäste. Indem man die Überzahl mit einer fast offenen Manndeckung ergänzte, sorgte man zusätzlich für Verwirrung im gegnerischen Spiel. Beim Stand von 20:14 wurden die Seiten gewechselt. 
Die zweite Halbzeit brachte jedoch trotz des eigentlich beruhigenden Vorsprungs nicht die nötige Ruhe. Es gelang zwar bis zur 38. Minute die Führung auf zehn Tore auszubauen (27:17), allerdings ließ man sich durch überhastete Aktionen im Angriff und eine weiterhin löchrige Abwehr wieder einfangen und den Gast zurück ins Spiel. So warf die HG von der 45. bis zur 50. Minute fünf unbeantwortete Tore und stellte den Anschluss zum 30:25 her. Zu mehr als dieser zwischenzeitlichen Ergebniskosmetik reichte die Personaldecke der Gäste jedoch nicht aus. Auerbach zog wieder auf acht Tore davon und brachte die restliche Zeit ohne Schaden über die Runden. 
Am Ende stehen ein verdienter und zahlenmäßig deutlicher Sieg, sowie zwei weitere wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt der bitteren Erkenntnis gegenüber, dass mit einer Defensivleistung wie an diesem Wochenende bereits am kommenden Samstag beim TV Roßtal große Probleme auf die Schnödt- Sieben zukommen. 

SV 08 Auerbach: Kroher, Reger, Tannenberger (11), Bauer (2), Hofmann M., Hackenberg (2), Kolb (5), Edtbauer (7/2), Eckert (2), Herold (5), Hofmann A. (4), Kraus (1)
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 16. Januar 2017 um 17:56 Uhr
 
Vorbericht - SV 08 Auerbach I - HG Ansbach
Nach vier langen Wochen fliegen an diesem Wochenende endlich wieder die Bälle durch die bayerischen Handball-Hallen. Der SV 08 Auerbach beginnt das Jahr 2017 mit einem Heimspiel gegen den Mitaufsteiger und aktuellen Tabellenletzten HG Ansbach. Trainer Matthias Schnödt, der wieder einmal nur einen reduzierten Kader aufs Feld schicken kann, warnt davor, den Gegner zu unterschätzen und hofft auf einen gewissen Lerneffekt aus der letzten Partie vor der Winterpause. Anpfiff in der Helmut-Ott-Halle ist wie gewohnt um 18:00 Uhr, die Vorspiele bestreiten um 14:00 Uhr die männliche B-Jugend gegen den HV Oberviechtach und um 16:00 Uhr die männliche C-Jugend gegen die HSG Fichtelgebirge.

Es ging um nicht weniger als um den Klassenerhalt, als sich am 5. April 2008 der ASV Auerbach und die im Jahr 2002 vom TSV Fichte Ansbach und dem TSV 1860 Ansbach gegründete HG Ansbach letztmalig gegenüber standen. Die mit zwei Bussen und vielen Privat- PKW angereisten knapp 150 Fans aus Auerbach verwandelten zusammen mit den ebenfalls lautstarken Heim-Fans die Beckenweiherhalle in Ansbach in einen stimmungsvollen Hexenkessel und sorgten für eine der einprägsamsten Erinnerungen in der näheren Vergangenheit des Auerbacher Handballs. Während die Bergstädter durch einen 26:31 Sieg und den dadurch fast sicheren Erhalt der Klasse auf eine erfolgreiche Zukunft zusteuerten, mussten die im Jahr zuvor noch in der Bayernliga angesiedelten Mittelfranken den zweiten Abstieg nacheinander antreten. Seither tut sich der Ansbacher Handball schwer, wieder auf die Beine zu kommen. Einst stolzer Deutscher Meister mit Akteuren wie Erwin Porzner sen., Nationalspieler und Weltmeister im Feldhandball, und auch später im Hallenhandball einer der erfolgreichsten bayerischen Vereine, rutschte man nun nach vielen Jahren Regional- und Bayernliga fast in die Bedeutungslosigkeit ab. Feierte man in den 1950-er Jahren Bayerische Meisterschaften und 1966 fast den Aufstieg in die Bundesliga, so pendeln die Retzatstädter in den letzten Jahren meist zwischen der BZOL und der Landesliga auf und ab.
So souverän die Aufstiege oft ausfallen, im Vorjahr mussten die Mittelfranken gerade einmal drei Minuspunkte hinnehmen, so schwer tut sich die HG meist im Folgejahr. Auch in der laufenden Saison gelang dem Team um Trainer Bernd Hitzler bislang noch kein einziger Punktgewinn. Dennoch warnt Auerbachs Übungsleiter Matthias Schnödt davor, die Mittelfranken zu unterschätzen. „Ansbach hat einige Spiele nur knapp verloren und vor allem auswärts und gegen starke Teams gute Ergebnisse erzielt.“ So unterlag man gegen Heidingsfeld nur mit 23:25 und stand in Ingolstadt (30:29), in Rödental (31:28) und in Cham (29:28) jeweils knapp vor einem Punktgewinn. „Außerdem stehen in ihren Reihen einige sehr erfahrene Akteure im Aufgebot“ so Schnödt weiter. Allen voran ist dabei Michael Zimmermann zu nennen. Der 41-Jährige ist zwar mittlerweile mehr mit Vorstandsaufgaben betraut und kann aus beruflichen Gründen auch nur sporadisch eingesetzt werden, sorgt aber dann aus dem halblinken Rückraum und vor allem vom Siebenmeterpunkt für Tore und durch seine Erfahrung für Ordnung auf dem Feld. In seiner Abwesenheit wird er von Maximilian Heumann und auch von Christoph Heldauer (23) adäquat vertreten. Letzterer kam erst zu Beginn der Saison vom TV Roßtal und kommt immer besser in Schwung. Während auf der rechten Seite mit dem ebenfalls erfahrenen Michael Liebich (34) ein Spieler steht, der schon zu Bayernliga-Zeiten für Ansbach im Einsatz war, muss die Abwehr der Bergstädter ihre Aufmerksamkeit auch auf die mittlere Kreisposition richten, wo mit Hardy Schober ein torgefährlicher Akteur lauert. Auf der anderen Seite des Feldes steht mit Stefan Rößl (35) ein ebenso erfahrener wie sicherer Torhüter zwischen den Pfosten.
Ungeachtet der aktuellen Tabellensituation kommt also eine schwere Aufgabe auf die Schnödt-Sieben zu. Dass ausgerechnet jetzt wieder einmal mehrere Spieler ausfallen, macht die Sache nicht gerade leichter. So fehlt am Samstag neben den erkrankten Sebastian Bürger (Grippe) und Paul Neuß (Lungenentzündung) auch Maxim Pankraz, der gleichzeitig mit dem A-Jugend-Team antreten muss. Am schwersten wiegt aber wohl der Ausfall von Torhüter Raul Adam. Er kann wegen einer Gehirnerschütterung nicht dabei sein und wird möglicherweise sogar für mehrere Spiele ausfallen. Damit stehen nun die beiden Ersatztorhüter Valentin Kroher und Johannes Reger in der Pflicht. „Eigentlich war die lange Pause gut um Verletzungen und Krankheiten auszukurieren“ erklärte Matthias Schnödt. „Es ist bitter, dass jetzt trotzdem so viele ausfallen, vor allem nachdem wir im Testspiel gegen HaSpo Bayreuth einige gute Ansätze gesehen haben.“ Ob und inwieweit der samstägliche Kader ergänzt werden kann, konnte Schnödt noch nicht vorhersagen. Eines jedoch konnte er in Aussicht stellen. „Unser Ziel ist es, zuhause möglichst immer zwei Punkte zu holen, egal gegen wen. Dafür werden wir alles geben. Mit der Unterstützung unserer Fans werden wir hoffentlich auch diese schwere Hürde nehmen.“

Aufstellung: Kroher, Reger, Bauer, Tannenberger, Kolb, Edtbauer, Eckert, Hackenberg, Kraus, Herold, Hofmann M., Hofmann A.
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 12. Januar 2017 um 21:15 Uhr
 
Spielbericht HSG Rödental/Neustadt - SV 08 Auerbach I
Das letzte Spiel des Jahres endete für die Handballer des SV 08 Auerbach mit einer ebenso bitteren wie verdienten Niederlage. Vor etwa 100 Zuschauern unterlagen die stark dezimierten Oberpfälzer nach einer enttäuschend schwachen Leistung beim Tabellenvorletzten HSG Rödental-Neustadt mit 30:27 (16:9). Eingesprungen wegen der erneut prekären Personalsituation, erwies sich Maximilian Hofmann offensiv wie defensiv als bester Akteur der Blau-Weißen. Auerbach überwintert mit nun 14:8 Punkten im schlechtesten Fall als Vierter, bei einer sonntäglichen Niederlage der SG Regensburg gar auf einem hervorragenden dritten Platz.

Handball Landesliga

HSG Rödental-Neustadt – SV 08 Auerbach 30:27 (16:9)

Es gab nur wenige Lichtblicke im Spiel der Auerbacher Handballer beim Tabellenvorletzten HSG Rödental-Neustadt. Nimmt man es genau, dann sind es derer nur drei. Einer lief in Gestalt des wegen der vielen Kranken oder anderweitig Unabkömmlichen als Nothelfer eingesprungenen Maximilian Hofmann aufs Parkett. Sein individuelles Können und seine langjährige Erfahrung hielten nicht nur das Team einigermaßen im Spiel, sondern ließen ihn auch gleich zum besten Torschützen der Oberpfälzer avancieren. Ein zweiter Lichtblick stand mit dem jungen Valentin Kroher im Tor der Gäste. Gleich zu Beginn wehrte er einen Strafwurf ab, lieferte während der gesamten 60 Minuten eine ansehnliche Leistung und war damit neben Hofmann der Einzige, der annähernd seine Normalform abrufen konnte. Als dritter Lichtblick saß Jonathan Kraus auf der Bank, dessen Verletzung erfreulicherweise so weit verheilt zu sein scheint, dass er sogar einige Minuten in der Abwehr eingesetzt werden konnte. Nach diesen Dreien jedoch wurde es zappenduster. Sieht man einmal wohlwollend von einer einigermaßen soliden Offensivleistung von Florian Kolb ab, zeigte keiner der Auerbacher Landesliganiveau. Ohne Raul Adam, Volker Hackenberg, Matthias Edtbauer, Sebastian Bürger und Paul Neuß trat Auerbach stark dezimiert an und hatte neben dem reaktivierten Hofmann mit Daniel Schalanda nur einen Spieler aus dem Reserveteam aktivieren können. Zudem hatten die Oberpfälzer während der gesamten Spielzeit mit dem harzlosen Spielgerät zu kämpfen. „Wir hatten zwar leichte Probleme ohne Harz zu spielen, aber das war keinesfalls entscheidend. Vielmehr haben wir von Anfang an viel zu phlegmatisch agiert, waren ideenlos im Angriff, haben schlechtes Rückzugsverhalten und kaum Durchsetzungsvermögen im Eins-gegen-Eins gezeigt“ erklärte ein enttäuschter Matthias Schnödt die Niederlage seines Teams. „Zu viele haben heute nicht zu ihrer Leistung gefunden.“ Dabei hatte er bereits unter der Woche gewarnt, dass es gegen den Tabellenvorletzten nicht leicht werden würde, eine Warnung, die nach den letzten Ergebnissen und der überraschend guten Platzierung in der Tabelle offenbar ungehört verhallt war. So überließ man den Gastgebern von der ersten Minute an das Ruder der Partie, bot ihnen viel zu viel Freiraum und ließ ihren besten Rückraumschützen Marcel Heil nach Belieben schalten und walten und häufig ungehindert werfen. Daneben ließ man sich in der Abwehr ein ums andere Mal von den Oberfranken düpieren. Schnell lag daher das Heimteam mit 3:1 in Front und konnte die Führung bis zur 20. Minute kontinuierlich ausbauen. Beim Stand von 11:5 nahm Matthias Schnödt eine erste Auszeit und brachte Joker Hofmann. „Mit der Einwechslung von Maxi ging ein gewisser Ruck durch das Team“ meinte der Trainer nach dem Spiel. Hofmann brachte eine gewisse Seriosität und Ordnung in die Reihen der Auerbacher, was sich sowohl auf die Stabilität der Abwehr als auch auf die Effektivität der Offensive auswirkte. Nun agierte man zumindest phasenweise einigermaßen auf Augenhöhe und überließ Rödental nicht mehr komplett die Partie. Dennoch mussten die etwa 15 anwesenden Fans der Auerbacher, denen sich auch die ehemaligen Spieler Kenny Schramm und Andreas Wolf angeschlossen hatten, frühzeitig erkennen, dass ihr Team dieses Spiel nicht mehr drehen würden können. So blieb der Rückstand nun zwar konstant bei sechs bis sieben Toren, mehr aber war für Blau-Weiß an diesem Tag nicht drin. Beim vorentscheidenden Stand von 16:9 wurden die Seiten gewechselt.
Nach der Pause bot sich das gleiche Bild. Auerbach zeigte sich zwar bemüht, konnte jedoch lediglich den Rückstand einigermaßen konstant halten. „Gekämpft haben die Jungs zwar wieder gut, allein, es hat diesmal einfach nicht gereicht“ zeigte sich auch Spartenleiter Paul Rupprecht von der seiner Meinung nach „schlechtesten Saisonleistung“ der Bergstädter enttäuscht. „Solche Tage kommen vor, dass es gerade gegen den Vorletzten passiert, ist aber mehr als ärgerlich.“ Die Gäste versuchten alles Mögliche, doch weder eine Manndeckung gegen Marcel Heil, noch eine mehrmalige Änderung der Deckungsvariante brachte den gewünschten Erfolg. Mehr als eine zwischenzeitlich Verkürzung auf vier Tore ließ Rödental nicht zu. Erst als die Oberfranken nach 54 Minuten beim Stand von 28:22 scheinbar ein wenig den Fuß vom Gas nahmen, konnten die Gäste mit einem 2:5 Lauf doch noch etwas Ergebniskosmetik betreiben. „Die Niederlage ist nach dieser Leistung absolut verdient“ lautete das Fazit von Matthias Schnödt. Die Oberpfälzer haben nun bis zum 14. Januar Zeit, um ihre Wunden zu lecken, Blessuren zu kurieren und sich auf das Spiel gegen den bisher pluspunktlosen Träger der Roten Laterne HG Ansbach vorzubereiten.

SV 08 Auerbach: Kroher, Reger, Bauer (6/3), Tannenberger, Hofmann Moritz, Eckert (3), Pankraz (1), Kolb (4), Hofmann A. (1), Herold (3), Kraus, Schalanda, Hofmann Maximilian (9)
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 12. Dezember 2016 um 20:01 Uhr
 
Vorbericht HSG Rödental/Neustadt - SV 08 Auerbach I
Mit einem Auswärtsspiel bei der HSG Rödental-Neustadt beendet der SV 08 Auerbach an diesem Samstag das Handballjahr 2016. In der vergangenen Saison noch dominant und nach 22 Partien verlustpunktfrei Meister der Bezirksoberliga, tun sich die Oberfranken bisher in der zweithöchsten bayerischen Klasse etwas schwer, Fuß zu fassen und belegen derzeit mit 4:16 Punkten nur den vorletzten Tabellenplatz. Das teils prominent besetzte Team um Trainer Niels Greiner sollte jedoch nicht unterschätzt werden, immerhin konnte man am zweiten Spieltag in eigener Halle den MTV Ingolstadt bezwingen. Anpfiff in der Frankenhalle in Neustadt bei Coburg ist bereits um 16:00 Uhr.

„Wo liegt eigentlich Rödental?“ Diese Frage konnte man zu Beginn der Saison immer wieder in Handball-Auerbach hören. Inzwischen weiß man, dass Rödental eine Stadt in Oberfranken ist, sieben Kilometer nordöstlich von Coburg gelegen, mit etwas mehr als 13.000 Einwohnern. Dass es Rödental erst seit dem 01. Januar 1971, als im Zuge der bayerischen Gebietsreform sechs Gemeinden zusammengeschlossen wurden gibt, ist dagegen kaum bekannt. In den Jahren danach wurden ein Hallenbad, ein Rathaus und 1978 schließlich die Franz-Goebel-Halle errichtet, die noch heute von den Handballern als Spielort genutzt wird. Im Jahr 1988 schließlich erhielt man die Stadtrechte. Zwei Jahre zuvor wurde der in der Nähe gelegene Froschgrundsee vom damaligen Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß als Naherholungsgebiet eingeweiht, ein 23 Hektar großer Stausee, der sich kurioserweise bei Vollstauung bis auf das Gebiet der damaligen DDR ausdehnte.
Etwas weiter nordöstlich liegt die etwa 15.300 Einwohner zählende Große Kreisstadt Neustadt bei Coburg, deren Geschichte bis ins Jahr 1248 zurückreicht. Bis 1850 hieß sie noch Neustadt an der Heyde und erhielt erst 1921 den aktuellen Namen. Seit 1316 als Stadt bezeichnet, lag sie mit einer Zollstation an einer wichtigen Handelsstraße zwischen Nürnberg und Leipzig, was zu einem wirtschaftlichen Aufschwung führte. Im Dreißigjährigen Krieg hatte die Straße jedoch indirekt auch zerstörerische Wirkung, da sie von den unterschiedlichen Kriegsparteien genutzt wurde. Zudem wurde Neustadt im Jahr 1636 und erneut im Jahr 1839 bei zwei Großbränden jeweils fast komplett zerstört. Die Nähe des Thüringer Waldes brachte schon früh das Holzhandwerk in die Stadt. Die Herstellung von Spielzeug wurde zum bedeutendsten Wirtschaftszweig, der jedoch mit Beginn des Ersten Weltkrieges zusammenbrach und erst nach 1945 zusammen mit der inzwischen angesiedelten elektrotechnischen Industrie wieder für einigen Wohlstand sorgte. Erst seit 1919 zu Bayern gehörig, war bis 1989 die Lage an der innerdeutschen Grenze prägend für die Stadt. Außer in südlicher Himmelsrichtung von Grenzsicherungsanlagen umgeben, war man lange Zeit auf die staatliche Zonenrandförderung angewiesen, auch weil die Verbindung zur nahegelegenen und schon immer wirtschaftlich verbundenen thüringischen Stadt Sonneberg unterbrochen worden war. Mit der Inbetriebnahme der Autobahn A73 im Jahr 2008 haben sich die Fahrzeiten von und nach Neustadt deutlich verkürzt.
Der größte Sportverein Rödentals ist die SG Rödental mit über 1.000 Mitgliedern, während in Neustadt der TBVFL Neustadt-Wildenheid vorherrschend ist. Zur Saison 2016/17 schlossen sich die Handballabteilungen der beiden bis dahin rivalisierenden und sich intensive Derbys liefernden Vereine zur SG Rödental-Neustadt zusammen und treten nach dem überzeugenden Aufstieg der SG Rödental gemeinsam in der Landesliga an. Die neugegründete SG tritt abwechselnd in der Franz-Goebel-Halle in Rödental und in der Frankenhalle in Neustadt an. Für die Landesliga wurde das Team um Trainer Niels Greiner noch einmal verstärkt. Der Kader ließt sich inzwischen wie eine Aufzählung von ehemaligen Spielern des HSC 2000 Coburg. Zu den bisher schon in Rödental agierenden Stefan Fladt und den Brüdern Stefan und Christoph Schuhmann gesellten sich nun noch Florian Kirchner, Christian Troppmann und Marcel Heil, die alle über höherklassige Erfahrungen verfügen. Während Kirchner und Troppmann die Außenpositionen verstärken, soll Heil den nach nur einer Saison zur HG Kunstadt abgewanderten ehemaligen ukrainischen Nationalspieler und Toptorschützen Sergiy Trotsenko als Rückraumschütze ersetzen. Neben den jungen Florian Bernecker und Denek Legat, die ebenfalls schon beim HSC 2000 tätig waren, kam als sechster Neuzugang mit Jan Claas de Rooij ein weitgereister und erfahrener Torhüter, der mit dem zuverlässigen Florian Cichon ein sicheres Gespann zwischen den Pfosten bilden soll.
„Rödental hat bisher zwar nur vier Punkte, ist von den Namen her aber sehr gut und erfahren besetzt“ warnte auch Matthias Schnödt vor dem Tabellenvorletzten. „Zudem gilt in beiden Hallen der SG Harzverbot, was für uns gewiss kein Vorteil ist.“ Neben der Umstellung auf das „Spiel ohne Klebe“ plagen den Trainer personelle Sorgen. Raul Adam und Volker Hackenberg fehlen aus privaten Gründen, Sebastian Bürger ist erneut studienbedingt verhindert und Paul Neuß ist krank, Jonathan Kraus ist noch immer verletzt und Moritz Hofmann und Matthias Edtbauer sind angeschlagen. Inwieweit Spieler aus der zweiten Mannschaft aktiviert werden können, muss sich zeigen, ein Einsatz des Trainers selbst kommt jedoch wegen einer Grippeerkrankung nicht in Frage. „Es wird sehr, sehr schwer und wir müssen uns nach den letzten, handballerisch schwächeren Spielen mal wieder steigern. Jedenfalls fahren wir hin, um zu gewinnen“ lautet trotz der Probleme seine Vorgabe.

Aufstellung: Kroher, Reger, Bauer, Tannenberger, Kolb, Edtbauer (?), Eckert, Herold, Hofmann M. (?), Hofmann A., Pankraz
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 08. Dezember 2016 um 16:02 Uhr
 
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