23 | 04 | 2018
1.Mannschaft
Vorbericht TG Heidingsfeld - SV 08 Auerbach I

Im vorletzten Saisonspiel müssen die Handballer des SV 08 Auerbach noch einmal auswärts ran und sind dabei Gast beim Tabellen-Dritten TG Heidingsfeld. Der Heimatverein von Europameister Carsten Lichtlein war im Vorjahr als Vizemeister in der Relegation am TSV Ottobeuren gescheitert und will nun, teuer und prominent verstärkt, unbedingt in dieser Runde den Aufstieg in die Bayernliga realisieren. Dabei kam es mehr als ungelegen, dass das Top-Spiel am vergangenen Wochenende bei der HSG Lauf/Heroldsberg verloren ging, sodass derzeit der angestrebte Relegationsplatz nicht mehr aus eigener Kraft erreicht werden kann. Für Auerbach dagegen hat die Partie gegen die Unterfranken lediglich den Charakter eines hochkarätigen Trainingsspiels. Anpfiff im Würzburger Sportzentrum am Wiesenweg ist um 19:30 Uhr.

Man schrieb das Jahr 1970, als Katja Ebstein – die Älteren unter den Auerbacher Handball-Fans werden sich an den Namen erinnern – mit ihrem Lied „Wunder gibt es immer wieder“ Deutschland beim Grand Prix Eurovision de la Chanson vertrat und immerhin Platz Drei ergatterte. Heute, fast ein halbes Jahrhundert später gibt es den Grand Prix nicht mehr, er heißt jetzt Eurovision Song Contest, Deutschland belegt in den letzten Jahren regelmäßig hintere Plätze und Wunder werden in unserer medial aufgeklärten Zeit immer seltener. Dennoch wäre es genau eines dieser Wunder, was Matthias Schnödt und sein Team benötigten, wollten sie am Samstagabend von der TG Heidingsfeld etwas Zählbares für ihren Kampf um den Klassenerhalt mitnehmen.

Immerhin erwartet die Oberpfälzer ein Team, das bereits im Vorjahr die Runde als Vizemeister beendete und erst in der Aufstiegsrelegation scheiterte, sich aber für die laufende Saison noch einmal deutlich verstärkte. Felix Maier und Julius Weinhardt auf Außen, Matyas Varga im Tor, Dennis Orf, Andreas Hilpert und Tim Schräder im Rückraum und nicht zuletzt Kreisläufer Julian Bötsch vom Zweitligisten DjK Rimpar Wölfe sollten die Mannschaft auf das nächste Level heben. Aber Namen allein bilden noch keine Mannschaft und so konnte man erst nach sechs Spieltagen einigermaßen den Sand aus dem Getriebe schütteln, hatte man doch in den drei Auswärtsspielen bis dahin fünf Punkte liegen lassen. Auch wenn es danach besser lief, übergab Mitte Oktober Trainer Manfred Wirth nach 3 Jahren sein Amt interimsweise an Trainer-Urgestein Artur Lichtlein, Vater von Deutschlands erfolgreichstem Handballer und Team-Paten Carsten Lichtlein. Dieser wiederum reichte den Stab weiter an Heiko Karrer, erfahrener Zweit- und Drittliga-Trainer und ehemaliger Nationalspieler. Karrer saß im letzten Spiel vor Weihnachten ausgerechnet in der Helmut-Ott-Halle erstmals auf der Bank.

Nach der Winterpause warteten die „Hätzfelder Bullen“ mit einem weiteren Zugang auf. Rückraumspieler Marius „Sunshine“ Hümpfer, den man in Auerbach noch aus vielen Duellen mit HaSpo Bayreuth kennt, kehrte zu seinem Heimatverein zurück und soll vorerst bis zum Saisonende bleiben und seine Erfahrungen aus vielen Bayernligaeinsätzen einbringen. Dabei steht neben seinem wuchtigen Offensiv- vor allem sein äußerst zupackender Defensivstil im Vordergrund, weshalb er mit Julian Bötsch, der den Verein nach nur einer Saison in Richtung HSC Bad Neustadt wieder verlassen wird, einen der effektivsten Abwehr-Mittelblocks der Liga bildet. Addiert man noch mit Matyas Varga einen der besten Torhüter der Liga, dann verwundert es nicht, dass die TG mit gerade einmal 22 Gegentoren die mit weitem Abstand beste Abwehr stellt. Aktuell werden jedoch auch Hümpfers Torjägerqualitäten und seine durchschnittlich vier Treffer pro Spiel gebraucht, denn mit Außen Felix Maier und Halblinks Dennis Orf, der mit 81 Toren bisher neben Maximilian Wirth (84) zweitbester Rückraumwerfer war, fallen zwei wichtige Schützen längerfristig verletzt aus. Heiko Karrer kann jedoch aus dem Vollen schöpfen. Immerhin stehen ihm mit Julius Weinhardt (61 Tore) auf Außen und Julian Bötsch (92 Tore) zwei ausgezeichnete Werfer zur Verfügung, beide nur noch übertroffen von Gabor Farkas. Der 31-jährige ungarische Rechtsaußen führt mit insgesamt 147 Toren die interne Torschützenliste an und ist auch staffelweit unter den besten zehn Werfern zu finden. Nimmt man die Erfahrungen und die individuellen Fähigkeiten der „Hätzfelder“ zusammen, dann sollte es im Hinblick auf den Bayernliga-Aufstieg eigentlich keine Frage des „ob“, sondern nur des „wann“ sein. Umso mehr verwundert es, dass die Unterfranken zu Beginn der Rückrunde erneute Dämpfer hinnehmen mussten und bei der HSG Fichtelgebirge zwei und gegen die SG Regensburg einen Punkt abgaben. Noch bitterer schmeckte jedoch die Niederlage am vergangenen Wochenende in Lauf, weshalb man nun zwei Punkte hinter dem begehrten Relegationsplatz liegt.

Während Matthias Schnödt und sein Team auf ein Wunder hoffen, will man in Heidingsfeld ohne ein solches auskommen – zumal es offenbar nur Platz Drei einbringt. Den Auerbacher Fans jedenfalls steht ein wundervolles Wochenende bevor. Wer nicht genug bekommen kann vom Handball, der sollte am Samstag ab 14:00 Uhr in der Helmut-Ott-Halle die „Zweite“ im Relegations-Hinspiel gegen den ATSV Kehlheim unterstützen, direkt im Anschluss in den Bus nach Heidingsfeld steigen (Abfahrt ist um 15:30 Uhr am Place de Laneuveville) und am Sonntagabend in Kehlheim dabei sein, wenn Stefan Deinzer und sein Team hoffentlich den Klassenerhalt feiern.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 20. April 2018 um 20:23 Uhr
 
Spielbericht TV Helmbrechts - SV 08 Auerbach I

Nach einer erneut enttäuschenden Schlussphase mussten sich die Handballer des SV 08 Auerbach auch dem TV Helmbrechts geschlagen geben und verpassten eine weitere gute Gelegenheit, sich ein wenig aus dem Abstiegsstrudel herauszuziehen. Zum wiederholten Mal stellten die Torhüter nach der Pause sowie die Defensive nach fast 50 Minuten aufopferungsvollem Kampf kollektiv die Arbeit ein und überließen den Oberfranken teils ohne Gegenwehr das Spiel. Nachdem am Tag zuvor der HSV Hochfranken beim TV Münchberg gewonnen hat, beträgt der Vorsprung der Bergstädter auf den ersten Abstiegsplatz nun nur noch einen Punkt. Gleichzeitig machte die SG Regensburg mit einem Sieg beim MTV Stadeln die Meisterschaft und damit den direkten Aufstieg in die Bayernliga perfekt.

TV Helmbrechts - SV 08 Auerbach: 31:26 (13:13)

Da war er wieder, der „Rote Faden", der sich fast durch die gesamte Saison der Auerbacher Handballer zieht. Zunächst läuft es ganz gut, man kann mindestens am Spiel teilnehmen und in manchem Falle sogar die Leitung der Partie übernehmen, bis plötzlich aus kaum nachvollziehbaren Gründen das gesamte Team einbricht, Fehler am laufenden Band produziert und vor allem in der Defensive erhebliche Mängel aufweist. So, oder so ähnlich verliefen viele Spiele gerade der letzten Zeit. „Das heutige Spiel in Helmbrechts war fast ein Spiegelbild der letzten Woche" ärgerte sich Matthias Schnödt über den Einbruch seiner Spieler. „Bis zur 45. Minute lief alles nach Plan." Warum das Team dann jedoch kollektiv vom bis dahin erfolgreichen Konzept abwich und sich nicht mehr an Absprachen hielt, war für den Spielertrainer nicht nachvollziehbar. „Wenn man so viele Fehler macht, offensiv wie defensiv, wie in dieser Phase, dann hat es ein heimstarker Gegner wie Helmbrechts leicht, ein Spiel für sich zu entscheiden. Es ist ganz normal, dass mal einer oder zwei Spieler einen Durchhänger haben, aber alle zusammen?" Noch eine ganze Zeit nach der Partie rang er nach den richtigen Worten.

Dabei hatte es zunächst gar nicht so schlecht ausgesehen. Nachdem Thomas Wilke nach 45 Sekunden das 0:1 erzielt hatte, war man zwar bis zur sechsten Minute mit 4:1 ins Hintertreffen geraten, hatte jedoch bis zur 11. Minute wieder ausgleichen können (4:4). „Man hat schon nach etwa einer Viertelstunde gemerkt, dass wir es heute mit den beiden Schiedsrichterinnen nicht gerade gut getroffen hatten" zeigte sich Spartenleiter Paul Rupprecht auch von den teils ungleich verteilten Pfiffen der Unparteiischen enttäuscht. Eine Zeitstrafe gegen Daniel Schalanda, zwei Strafwurftore von Stefan Wopperer sowie einen Treffer von Christopher Früh später lagen die Gäste wieder mit drei Toren zurück (7:4). Allerdings ließen sich die Blau-Weißen zu diesem Zeitpunkt davon noch nicht allzu sehr aus dem Konzept bringen, vielmehr hatten sie damit zu kämpfen, dass ihnen der nötige Rückhalt von ihren Torhütern fehlte. Dennoch arbeiteten sie sich wieder heran, glichen in der 26. Minute wieder aus (9:9) und hielten das Remis bis zur Pause. Beim Stand von 13:13 wurden die Seiten gewechselt.

Auch nach dem Wiederanpfiff sah man ein ähnliches Spiel. Helmbrechts legte zwar immer wieder einen Treffer vor, doch Auerbach blieb dran, konnte zwischenzeitlich sogar einmal kurz selbst in Führung gehen (15:16, 36. Minute) und hielt das Spiel bis zur 46. Minute offen (20:19). Als sie dann jedoch eine Zeitstrafe gegen die „Füchse" nicht nutzten, sondern vielmehr einen Treffer trotz Überzahl hinnehmen mussten, nistete sich plötzlich der Fehlerteufel im Spiel der Gäste ein. Fehler reihte sich an Fehler, die Halbpositionen der Abwehr waren mit einem Mal offener als das berühmte Scheunentor und die Hausherren erzielten aus allen möglichen und unmöglichen Positionen ihre Tore. Mehrmals durften die Rückraumakteure der Gastgeber ungehindert abschließen und auch die Außen kamen mit Hebern aus dem „Null-Winkel" zum Erfolg. In der 50. Minute stand es bereits 24:20 und nach einer Auszeit der Gäste vergingen gerade einmal fünf Minuten, bis der TVH vorentscheidend auf 28:21 davonzog.

Zwischenzeitlich hatte auch Spielertrainer Matthias Schnödt seinem Team einen Bärendienst erwiesen, als er seiner Unzufriedenheit über sein Team, über die Unparteiischen und über den Spielverlauf freien Lauf ließ und für zwei Minuten auf die Bank verbannt wurde. Drei Auerbacher Tore am Stück verbesserten die Situation zwar etwas, doch mehr als Ergebniskosmetik sollte es nicht mehr werden. Wieder einmal stand man am Ende mit leeren Händen da und hatte die einmalige Chance, sich etwas von den Abstiegsrängen zu distanzieren, kläglich verschenkt.

Da inzwischen der HSV Hochfranken seine Stärken gefunden zu haben scheint und ein Spiel nach dem anderen gewinnt, muss man in Auerbach jetzt fast schon um den Relegationsplatz zittern, zumal man im direkten Vergleich mit dem punktgleichen HC Sulzbach-Rosenberg im Nachteil ist. Da kommt es zur Unzeit, dass man am kommenden Spieltag ausgerechnet beim Liga-Krösus TG Heidingsfeld antreten muss. Die Unterfranken haben am Samstag ihr Spiel bei der HSG Lauf/Heroldsberg verloren und müssen nun alle restlichen Partien gewinnen, um überhaupt noch die Chance auf die Aufstiegsrelegation zu haben. "Relegation hin oder her, das Spiel in Heidingsfeld ist momentan das Einzige, worüber ich mir im Laufe der Woche Gedanken machen werde, nicht weil wir dort eine Chance hätten, sondern wie wir es als eine Art Vorbereitung fur das Finale gegen die HSG Fichtelgebirge nutzen können."
 
SV 08 Auerbach: Kroher, Seiffert, Tannenberger (2), Schnödt (1), Hofmann Mo., Bürger, Eckert (2), Wilke (5), Herold (6), Wehner (1), Pankraz (7/2), Kraus (1), Schalanda (1)

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 16. April 2018 um 06:09 Uhr
 
Vorbericht TV Helmbrechts - SV 08 Auerbach I

Ein schweres und ein „einfaches“ Auswärtsspiel, sowie ein Heimspiel stehen für die Handballer des SV 08 Auerbach noch auf dem Plan, dann ist die Saison auch schon wieder zuende. Zunächst müssen die Oberpfälzer am Sonntag zum schweren Spiel beim Tabellen-Siebten TV Helmbrechts, der als Nutznießer der letztwöchigen Niederlagen sowohl des SV 08 als auch des HC Sulzbach-Rosenberg vorzeitig mit dem Klassenerhalt belohnt wurde. Somit können die „Füchse“ befreit ihre beiden letzten Saisonspiele angehen und versuchen, als bestplatziertes Landesligateam Oberfrankens abzuschließen. Die Schnödt-Sieben hingegen muss nach der bitteren Niederlage gegen Lauf unbedingt punkten, um auch weiterhin ihr Schicksal in eigener Hand zu behalten. Anpfiff in der Sporthalle Helmbrechts ist um 16:00 Uhr.

In einer perfekten Welt erweist der TV Helmbrechts dem SV 08 Auerbach die Ehre, am kommenden Sonntag etwas Zählbares mit nach Hause zu nehmen, während die Bergstädter im Gegenzug am letzten Spieltag ihr Heimspiel gegen die auf Platz Sechs liegende HSG Fichtelgebirge gewinnen und dadurch die „Helmetzer Füchse“ zum bestplatzierten Landesligateam Oberfrankens macht. Natürlich leben wir nicht in einer perfekten Welt und selbstverständlich will der TV Helmbrechts sein Schicksal selbst bestimmen.

Dennoch bietet sich für die Schnödt-Sieben eine - wenn auch nicht gerade leichte - Möglichkeit, sich für die Hinspielniederlage zu revanchieren. Allerdings gilt der TVH als heimstark und weiß geschickt zu nutzen, dass im „Fuchsbau“ nicht geharzt werden darf. So musste man sich in eigener Halle nur den Teams aus Regensburg, Cham und Lauf beugen und einen Zähler an den TV Münchberg abgeben. Von den sieben gewonnenen Heimspielen zeigen vor allem die Siege gegen Ingolstadt und Sulzbach, dass es schwer ist, in Helmbrechts zu punkten. Zuletzt lief es zwar nicht ganz nach Plan für das Team um Spielertrainer „Niki“ Aust, denn nach zwei Siegen gegen Forchheim (38:29) und in Ingolstadt (32:34) musste man gegen Lauf (25:27) und in Marktsteft (21:19) bittere Niederlagen einstecken. Doch durch die gleichzeitigen Niederlagen des SV 08 Auerbach und des HC Sulzbach-Rosenberg am vergangenen Wochenende ist man nun mit 24:24 Punkten gesichert und hat vorzeitig nichts mehr mit dem Abstieg zu tun.

Die beiden noch ausstehenden Heimpartien gegen Auerbach und Heidingsfeld können somit genutzt werden, sich einerseits dem eigenen Publikum noch einmal zu präsentieren und andererseits Stefan Wopperer gebührend zu verabschieden. Der 21-jährige Informatik-Student wird ab der kommenden Saison das Trikot des Bayernligisten HaSpo Bayreuth tragen und dort den linken Rückraum verstärken. Auch wenn dem Ur-Helmetzer, der seit dem vierten Lebensjahr alle Jugendmannschaften des TVH durchlief, der Schritt verständlicherweise nicht leicht fällt, so freut er sich doch auf die neue Herausforderung in der höheren Spielklasse. Damit verliert Helmbrechts nicht nur ein Eigengewächs, sondern auch einen langjährigen Torgaranten und etwa ein Drittel aller in dieser Saison erzielten Treffer. Auch in der laufenden Saison traf er bereits insgesamt 210/64 mal und grüßt mit einem Vorsprung von fast 50 Treffern von der Spitze der Staffel- Torschützenliste. Im Hinspiel konnte ihn die Auerbacher Abwehr zwar anfangs einigermaßen kontrollieren, der kollektive Einbruch der Defensivabteilung in der zweiten Halbzeit ermöglichte es ihm dennoch, mit insgesamt 12/2 Toren das Dutzend voll zu machen.

„Die beiden Punkte aus dem Hinspiel vermissen wir bitter und ich hoffe, wir können uns zumindest teilweise revanchieren“ erwartet Matthias Schnödt erneut eine Reaktion auf eine Niederlage. Am vergangenen Wochenende hat sich sein Team zwar verbessert gezeigt im Vergleich zum Spiel in Forchheim, doch gegen einen ausgebufften Gegner wie Lauf waren 40 Minuten gutes Spiel einfach zu wenig. „Helmbrechts ist ein sehr unangenehmer Gegner, eine absolute Kampfmannschaft. Dazu haben sie mit Wopperer einen überragenden Rückraum-Shooter, der unserer Abwehr alles abverlangen wird.“ Zumindest sind keine weiteren Ausfälle zu beklagen, sodass voraussichtlich das gleiche Team wie gegen Lauf seine Chance erhält, sich von seiner besseren Seite zu zeigen. Doch auch der TVH weiß von der Situation in Auerbach und erwartet eine Mannschaft „die unbedingt punkten muss.“

Der Ausblick von Matthias Schnödt ist nur vorsichtig optimistisch. „Bisher waren die Spiele gegen Helmetz immer sehr eng und auch im letzten Jahr waren wir knapp dran. Ein Punkt wäre schon goldwert, dazu müssen wir jedoch deutlich konstanter und über 60 Minuten konzentriert spielen.“ Allen, die nicht auf Handball verzichten möchten, denen aber der Weg für einen Sonntagsausflug nach Helmbrechts zu weit ist, sei das Qualifikationsturnier der männlichen B-Jugend ans Herz gelegt. Dieses findet am Samstag ab 10:30 Uhr in der Helmut-Ott-Halle statt und hat sicherlich ein paar Zuschauer verdient.

 
Spielbericht SV 08 Auerbach - HSG Lauf/Heroldsberg

Vor nur knapp 175 Zuschauern unterlagen die Handballer des SV 08 Auerbach in ihrem vorletzten Heimspiel der Saison gegen die HSG Lauf/Heroldsberg völlig unnötig mit 27:31 (11:13). Über weite Strecken mindestens auf Augenhöhe mit dem Tabellendritten, leisteten sich die Oberpfälzer in beiden Hälften eine schwache Phase und hatten am Ende nicht mehr die Zeit, die Niederlage abzuwenden. Während Lauf seine Chancen auf die Aufstiegsrelegation wahrte, rutschte Auerbach wieder auf nur noch drei Punkte Vorsprung in Richtung erster Abstiegsplatz. Diesen belegt, nach einem Sieg gegen den HC Sulzbach-Rosenberg, derzeit der HSV Hochfranken mit 14:32 Zählern.

SV 08 Auerbach - HSG Lauf/Heroldsberg: 27:31 (11:13)

„Ich denke, wir waren heute über 40 Minuten das gefühlt bessere Team, hatten aber in beiden Halbzeiten Phasen, in denen wir zu viele Fehler gemacht haben. Leider hat uns die schwächere Phase in der zweiten Hälfte entscheidend zurückgeworfen" fasste Matthias Schnödt enttäuscht die Niederlage zusammen. Auch sein ehemaliger Uni-Mannschaftskollege Peter Zahn kam zu einem ähnlichen Fazit. „Auerbach hat 45 Minuten gut gespielt, wir ungefähr zweimal 15 Minuten. Glücklicherweise hatten wir, zumindest in der zweiten Hälfte, ausgerechnet in ihrer schwachen unsere beste Phase."

Dabei hatte es recht vielversprechend für die Gastgeber begonnen. Der „Tigerenten-Club" aus Mittelfranken starteten sichtlich nervös in die Partie, verhedderten sich mehrmals in der aufmerksam agierenden Auerbacher Abwehr und lag nach knapp sechs Minuten bereits mit 3:0 im Rückstand. „Wenn wir ehrlich sind, hatten wir vor dem heutigen Spiel mehr Angst, als vor dem gegen Heidingsfeld nächste Woche. Heute hatten wir mehr zu verlieren" begründete Peter Zahn die Nervosität der Gäste. Aber auch Auerbach ließ sich anstecken. So vergab Alexander Tannenberger in der siebten Minute mit einem schlampigen Strafwurf die Chance, auf 4:0 zu erhöhen. Kurz darauf ließ man eine weitere freie Möglichkeit ungenutzt und die Mittelfranken damit wieder zurück ins Spiel. Einige unvorbereitete Würfe und technische Fehler reihten sich aneinander, sodass Lauf trotz eigener Probleme bis zur elften Minute zum 3:3 ausgleichen konnte.

Doch Auerbach blieb am Drücker, legte immer ein, stellenweise auch zwei Tore vor und lag noch in der 21. Minute mit 8:7 in Front. Dann jedoch schlossen sich starke zehn Minuten der Gäste an. Vor allem gegen die Rückraumakteure Florian Funke und Jens Scheuerer fand die bis dahin eigentlich gut stehende Abwehr der Blau-Weißen plötzlich keine Mittel mehr. Immer wieder ließ man Funke von halblinks ohne große Gegenwehr abziehen und Scheuerer durfte teils unberührt durch die Defensivreihe marschieren. Knapp drei Minuten genügten Lauf, um das Spiel zu seinen Gunsten zu drehen (8:10). Trotz eines Unterzahltores von Florian Wehner stotterte sich Blau-Weiß über die nächsten Minuten, ließ Lauf zwischenzeitlich auf drei Tore davonziehen (9:11, 10:13) und kam erst gegen Ende der ersten Halbzeit wieder in ruhigeres Fahrwasser. Beim Stand von 11:13 wurden die Seiten gewechselt.

Die zweite Hälfte begann ähnlich wie die erste. Thomas Wilke gab bereits nach 23 Sekunden mit dem Anschlusstreffer zum 12:13 den Startschuss für die Aufholjagd. Auerbach war nun wieder das bessere Team und obwohl man weiterhin Florian Funke und Jens Scheuerer zu viel Freiraum ließ, glich man in der 35. Minute nicht nur aus (15:15), sondern übernahm wieder die Führung des Spiels. Nun waren es wieder die Gäste, die einem Rückstand hinterher liefen. In der 42. Minute leuchtete ein 20:18 für das Heim-Team von der Anzeigentafel, als Florian Wehner, der für diesen Zwischenstand gesorgt hatte, kurz darauf für zwei Minuten auf die Bank musste. Die Mittelfranken nutzten nicht nur diese zeitweise Schwächung der Gastgeber, sondern auch die sich  unverständlicherweise wieder häufenden Fehler, sowie die kaum mehr vorhandene Gegenwehr sowohl der blau-weißen Abwehr als auch der Auerbacher Torhüter. Innerhalb weniger Minuten kippte das Spiel wieder zugunsten der Gäste (20:22).
Auerbach genehmigte sich seine zweite Schwächephase der Partie, während Lauf besonnen und sicher fast jede Chance nutzte. Maxim Pankraz konnte in der 46. Minute zwar noch einmal auf 21:22 verkürzen, doch fünf Minuten und fünf Tore später war das Spiel mehr oder weniger entschieden (21:26). „Wenn Auerbach während des gesamten Spiels so intensiv und so schnell gespielt hätte, wie in den letzten zehn Minuten, wir hätten es deutlich schwerer gehabt heute hier zu gewinnen" zollte Peter Zahn den intensiven Bemühungen der Gastgeber seinen Respekt. Doch es waren am Ende kaum mehr als Bemühungen, denn Lauf ließ lediglich eine zwischenzeitliche Kosmetik des Ergebnisses zu. Matthias Schnödt warf vor allem sich selbst nun verstärkt in die Waagschale und ins Getümmel und erzielte gegen seinen ehemaligen Kollegen Max von Borstel die vier nächsten Tore für Auerbach. Leider erwies sich die Abwehr jedoch nicht als stabil und die Zeit nicht mehr als ausreichend genug, die Gäste noch einmal in echte Schwierigkeiten zu bringen.

Am Ende stand eine unnötige Niederlage ebenso im Raum, wie der bange Blick nach Selb, wo der HSV Hochfranken mit einem Sieg gegen den HC Sulzbach-Rosenberg auf drei Punkte an den ersten Nichtabstiegsplatz heranrückte. Am kommenden Wochenende muss die Schnödt-Truppe zum TV Helmbrechts, der noch mindestens einen Punkt benötigt, um auch theoretisch nichts mehr mit dem Abstieg zu tun zu haben.

Statistik:
SV 08 Auerbach: Kroher, Seiffert, Tannenberger (4), Schnödt (5), Hofmann Mo., Bürger, Eckert, Wilke (5), Herold (3), Hofmann A. (1), Wehner (4), Pankraz (3/1), Kraus, Schalanda (2)

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 09. April 2018 um 16:06 Uhr
 
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