20 | 10 | 2018
1.Mannschaft
Spielbericht SV 08 Auerbach I - HSG Fichtelgebirge

Vor etwa 300 begeisterten Zuschauern feierten die Handballer des SV 08 Auerbach am letzten Spieltag mit einem 32:29 Heimsieg gegen die HSG Fichtelgebirge den Klassenerhalt in der Landesliga. Nach nervösem Beginn stellten sie mit einem 7:1-Zwischenspurt von der 22. bis zur 28. Minute die Weichen auf Sieg und hielten den Gast auch in der zweiten Hälfte lange genug auf Distanz. Im letzten Drittel des Spiels durfte sich noch einmal Torhüter Raul Adam präsentieren, der nach neun Jahren sein letztes Spiel für die Blau-Weißen absolvierte. Mit 20:32 Punkten belegen die Bergstädter am Ende Platz Zehn, punktgleich vor dem ebenfalls siegreichen HSV Hochfranken und einen Zähler hinter dem HC Sulzbach-Rosenberg, der sein Heimspiel gegen den ASV 1863 Cham ebenfalls gewann.

SV 08 Auerbach - HSG Fichtelgebirge: 32:29 (14:10)

„Bumm-Bumm-Bumm!" Von der ersten Minute an war die lautstarke Trommeltruppe der blau-weißen Fans im Einsatz und trieb ihr Team über 60 Minuten gnadenlos an. „Defense, Defense!" hallte es von den Rängen, wenn die Gäste aus Oberfranken gegen die Auerbacher Abwehr anrollten. Und diese Unterstützung war auch nötig. „Wir sind unheimlich nervös gestartet, ich glaube, das hat man deutlich gesehen. Da hat uns das Publikum sehr geholfen" bedankte sich Matthias Schnödt bei der lautstarken Tribüne. Auf dem Feld sah es zunächst nicht nach Landesliga-Handball aus, denn die Gäste hatten deutlich mit dem geharzten Spielgerät zu kämpfen und Auerbach reihte technischen Fehler an technischen Fehler. Nicht in der Lage die gebotenen Möglichkeiten zu nutzen, konnte man die Gäste lange Zeit nicht abschütteln und so stand es in der 21. Minute 6:6, als Johannes Wippenbeck nach einem Foul für zwei Minuten vom Platz musste. Mit dem anschließenden Strafwurf erhöhte Maxim Pankraz zwar wieder auf 7:6, doch gleich im Gegenzug fiel erneut der Ausgleich.

Matthias Schnödt hatte genug gesehen, sich selbst eingewechselt und damit für etwas mehr Struktur im blau-weißen Spiel gesorgt. Dreimal Wilke, zweimal Schnödt, und je einmal Herold sowie Alexander Hofmann hießen bis zur 28. Minute die nächsten Auerbacher Torschützen, während die Gäste in der gleichen Zeit nur einmal trafen (14:8). Das Spiel war zugunsten der Hausherren gekippt, wobei sie geschickt und mit schnellen Toren nicht nur die Fehler, sondern auch zwei weitere Zeitstrafen gegen die HSG nutzten. Eine davon musste Torhüter Miroslav Brosko absitzen, weil er nach Meinung der Schiedsrichter versucht hatte, im Anschluss an ein Auerbacher Tor einen der blau-weißen Spieler mit dem Ball zu treffen um vorzutäuschen, dieser hätte den Anwurf der Fichtelgebirgler behindert, was ebenfalls eine Zeitstrafe nach sich gezogen hätte. So kurios die Entscheidung war, für die Gäste kam sie zur Unzeit, denn einige Minuten in doppelter Unterzahl brachten sie gehörig aus dem Tritt, und gaben Auerbach den nötigen Spielraum für schnelle Tore. Nach zwei Gästetreffern wurden beim Stand von 14:10 die Seiten gewechselt.

„Bumm-Bumm-Bumm!" Kaum ertönte der Anpfiff zur zweiten Hälfte, war auch die Krach-Mach-Truppe schon wieder in Aktion. Doch auch sie konnte nicht verhindern, dass 30 Minuten „Auf-und-Ab" folgten, in denen Auerbach mehrmals zuließ, dass die Gäste bis auf drei Tore herankamen, nur um gleich darauf selbst wieder auf fünf zu erhöhen. Vor allem der in der ersten Hälfte mit nur einem Treffer eher blass wirkende Johannes Wippenbeck zeigte nun, warum er der beste HSG-Werfer und einer der besten Torschützen in der Liga ist. Allein zwölfmal - drei Strafwürfe mitgerechnet - legte er den Ball ins Auerbacher Netz und war von der gastgebenden Abwehr kaum mehr zu bremsen. „Wir haben eigentlich wieder vieles richtig gemacht, vieles hat geklappt, außer, dass wir in der zweiten Halbzeit leider überhaupt keinen Zugriff mehr auf Wippenbeck bekommen haben", so Schnödt.
Dennoch ließ sich das junge Team nicht entmutigen, zeigte starke Nerven und hielt auch dann die Köpfe hoch, als die HSG noch einmal alles in die Waagschale warf, um das Spiel vielleicht doch noch zu drehen. Selbst als in der 48. Minute Sebastian Bürger und Karsten Herold gleichzeitig für zwei unterschiedliche Fouls von je einem der Unparteiischen für zwei Minuten vom Feld geschickt wurden, reichte es für die Gäste nur dazu, den Rückstand von fünf auf drei Tore zu verkürzen. In den letzten Minuten konzentrierte sich das Spiel der Gäste nur noch auf ihren Top-Werfer - der auch fünfmal lieferte - doch näher als auf zwei Tore kamen sie nicht mehr heran. In dieser Phase besann sich Auerbach mehrmals auf Linksaußen Florian Wehner, den man zuvor einige Male übersehen hatte.

Letztlich waren es auch seine, teils spektakulären Treffer, die den Vorsprung über die Zeit brachten und für einen Freudentaumel auf und neben dem Feld sorgten, denn auch wenn der BHV auf seiner Homepage den SV 08 Auerbach noch als eventuellen Teilnehmer einer Relegation markiert, ist die Wahrscheinlichkeit doch sehr theoretischer Natur. Der unwahrscheinliche Fall, dass in diesem Jahr der Zehnte eine Relegation spielen muss, kommt wegen des Aufstiegsverzichts des TSV Rödelsee nur dann zustande, wenn neben den beiden Ost-Drittligisten (HSC 2000 Coburg und HSC Bad Neustadt) auch noch der Süd-Vertreter (TuS Fürstenfeldbruck) in die Bayernliga absteigen würde. Die Oberbayern, derzeit auf Platz Fünf, müssten sich dafür aber freiwillig in die Oberliga zurückziehen, oder vom DHB keine Lizenz erhalten.

In Auerbach ließ man sich jedenfalls nicht vom Feiern abhalten und so ertönte schon kurz nach dem Spiel wieder das „Bumm-Bumm-Bumm!", das man seit Stunden gehört hatte, nur kam es diesmal aus Lautsprechern im Foyers der Helmut-Ott-Halle.

Statistik:
SV 08 Auerbach: Kroher, Adam, Tannenberger (4), Schnödt (3), Hofmann Mo., Bürger, Eckert, Wilke (6), Herold, Hofmann A. (3), Wehner (6), Pankraz (9/4), Schalanda

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 30. April 2018 um 19:07 Uhr
 
Vorbericht SV 08 Auerbach I - HSG Fichtelgebirge

Nach dem sensationellen Remis am vergangenen Wochenende beim Krösus der Liga in Heidingsfeld empfangen die Handballer des SV 08 Auerbach am letzten Spieltag den Tabellensechsten HSG Fichtelgebirge und benötigen dabei unbedingt einen Sieg, um den Klassenerhalt endgültig zu sichern. Spielertrainer Matthias Schnödt hofft nicht nur, dass sein Team annähernd an die Leistung der Vorwoche anknüpfen kann, sondern dass sich auch die Tribüne als der traditionell große Rückhalt erweist. Der wie üblich am letzten Spieltag bei allen Partien zeitgleiche Anpfiff in der Helmut-Ott-Halle ist um 16:00 Uhr.

„Nur ein Sieg zählt!“ Mit dieser Vorgabe wischte Matthias Schnödt all die Spekulationen und Rechnereien der vergangenen Tage vom Tisch. „Natürlich gibt es Szenarien, bei denen wir mit einem Unentschieden drin bleiben und in manchen schadet selbst eine Niederlage nicht, aber nur wenn wir gewinnen, haben wir mit dem Abstieg sicher nichts mehr zu tun.“ Diese Sicherheit ist durchaus begründet. Üblicherweise müssen aus der Landesliga acht Teams absteigen, da acht Bezirksoberliga-Meister aufsteigen. In der letzten Woche haben jedoch der Unterfranken-Meister TSV Rödelsee und der Zweite SV Michelfeld verkündet, dass sie auf ihr Aufstiegsrecht verzichten. Sieben Aufsteiger bedeuten auch nur sieben Absteiger aus der Landesliga. Damit ist, unabhängig vom Ausgang in der 3. Liga, Platz Zehn auch in der nächsten Saison sicher dabei. Sollte nämlich keiner der beiden „Bayern“ in die Oberliga absteigen, kämen von dort auch nur zwei Teams in die Landesliga und müssten folglich nur sechs Vereine in die BZOL. Erwischt es einen bayerischen Drittligisten, fallen die üblichen drei Bayernligisten durch und in der Folge die oben angesprochenen sieben Landesligisten. In diesem Falle müssten die Elften der Nord- und Südstaffel eine Relegation ausspielen. Sollten aber sowohl der HSC 2000 Coburg als auch der HSC Bad Neustadt ihr Klassenziel nicht erreichen, stiegen vier Oberligisten ab und danach acht Landesligisten, vier in jeder Staffel. Derzeit belegt diesen ersten Abstiegsplatz der HSV Hochfranken hinter dem punktgleichen SV 08 Auerbach. Sind beide Teams auch nach dem letzten Spiel noch gleichauf, haben die Bergstädter die Nase wegen des gewonnenen direkten Vergleichs vorn.

Somit würde ein Sieg gegen die HSG Fichtelgebirge alle Zweifel beseitigen. Dazu müssen die Oberpfälzer aber eine zumindest ähnliche Leistung abrufen, wie gegen die TG Heidingsfeld, denn auch wenn die Oberfranken sicher nicht die individuelle Klasse der Würzburger Vorstädter haben, so haben sie sich doch als der Favoritenschreck etabliert. Heimsiege gegen die SG Regensburg (29:26), den HC Sulzbach-Rosenberg (43:37) oder eben die TG Heidingsfeld (32:31) sind ein beredtes Zeugnis dafür. Zuletzt versetzte man der HSG Lauf/Heroldsberg mit 31:24 einen deftigen Dämpfer im Kampf um Platz Zwei. Doch auch auf fremdem Terrain konnten die Oberfranken mehrmals überzeugen, auch wenn man möglicherweise eine geringfügig schwächere Bilanz in Hallen mit geharztem Spielgerät erkennen kann. Ob Auerbach dies zu seinem Vorteil nutzen kann, ist nicht sicher, schließlich hat man sich auch gegen andere „Nicht-Harzer“ schon schwer getan.

„Wir müssen uns vor allem in der Abwehr an unser Konzept halten und darauf vertrauen, dass auch die Torhüter wieder ihr Potenzial abrufen können.“ Matthias Schnödt verwies erneut vor allem auf die torgefährliche Rückraumreihe der Fichtelgebirgler mit Johannes Wippenbeck, Erik-Ludwig Hammer und Markus Tröger. Während Wippenbeck mit insgesamt 156 Toren viertbester Werfer der Staffel ist, treten die beiden Letztgenannten häufig auch als Siebenmeterschützen an. Tröger steht als zudem als Chef im Zentrum einer aggressiven Abwehr vor dem erfahrenen tschechischen Torhüter Miroslav Broško. Dass das Team um Trainer Dieter Schmidt nicht ausrechenbar ist, zeigte sich im Hinspiel, als man Wippenbeck zwar relativ gut im Zaum halten konnte, dafür aber sowohl Tröger als auch Konstantin Burger acht Treffer genehmigte. Einer davon wurde sogar zur Überraschung und zur Freude des Torschützen zum DHB-Tor des Monats Februar gewählt, eine Auszeichnung, die in dieser Liga nicht allzu häufig vorkommt. „Ich hoffe, er macht am Samstag nicht wieder so ein Tor, auch wenn man zugeben muss, dass es schon spektakulär war“ gratulierte auch Matthias Schnödt zur Trophäe.

Mit welcher Mannschaft er antreten kann, stand unter der Woche noch nicht fest. „Auch wenn gegen Ende der Saison die eine oder andere Blessur etwas mehr schmerzt, sollten alle soweit fit sein. Allein die Wichtigkeit eines Spiels hilft da schon mal über die Schmerzen hinweg. Außerdem spielen wir in eigener Halle und wollen unserem Publikum zeigen, dass wir zurecht in der Liga bleiben.“

Zuletzt noch der Hinweis auf eine kuriose Rechnerei, auch wenn sie für das Spiel der Auerbacher nicht relevant ist. Der HC Sulzbach-Rosenberg, derzeit einen Zähler vor Auerbach, benötigt ebenso einen Sieg gegen den ASV Cham, um nicht noch in den Abstiegsstrudel gezogen zu werden. Würden nämlich Auerbach und Hochfranken gewinnen und Sulzbach nur Remis spielen, wären alle drei Teams punktgleich. Dann wäre nicht der direkte, sondern ein Dreier-Vergleich ausschlaggebend. Da alle drei jeweils einmal gegeneinander gewonnen und verloren haben und somit untereinander mit 4:4 Zählern punktgleich sind, käme dann das Dreier-Torverhältnis zum Tragen. Hier ergäbe sich die Reihenfolge Hochfranken (+3) vor Auerbach (0) und Sulzbach (-3), weshalb die Herzogstädter auf Platz 11 landen würden und damit, je nach Szenario (s.o.), vierter Absteiger oder Nord-Vertreter in einer Relegation wären. Doch wie sagt Lothar Matthäus? „Wäre, wäre, Fahrradkette“ - soll heißen: Nur ein Sieg zählt!

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 28. April 2018 um 06:13 Uhr
 
Spielbericht TG Heidingsfeld - SV 08 Auerbach I

Ein sehr guter Torwart, sowie die wohl beste Abwehrleistung der Saison waren die Hauptursachen für den überraschendsten Punktgewinn der Auerbacher Handballer in der gesamten Spielzeit. Vor enttäuschend spärlicher Kulisse lagen die Oberpfälzer beim haushohen Favoriten TG Heidingsfeld über weite Strecken der zweiten Halbzeit sogar in Führung und hatten die ganz große Sensation vor Augen, mussten sich am Ende jedoch noch abfangen lassen und mit einem Remis zufrieden geben. Der unbändigen Freude über den nie erwarteten Auswärtspunkt tat dies jedoch keinen Abbruch. Matthias Schnödt und sein Team haben es nun am kommenden Samstag ab 16:00 Uhr in eigener Hand, mit einem Heimsieg gegen die HSG Fichtelgebirge den Klassenerhalt zu realisieren.

TG Heidingsfeld - SV 08 Auerbach: 25:25 (13:12)

„Aber hier, wie überhaupt, kommt es anders, als man glaubt." Ähnlich wie in Wilhelm Buschs Gedicht über Peter und Paul, die sich über ihre Hunde „Plisch" und „Plum" freuen, welche sie gerade aus dem Wasser gezogen haben, freuten sich Manager und Spartenleiter des SV 08 Auerbach Peter Hackenberg und Paul Rupprecht über das Ergebnis der soeben zuende gegangenen Landesligapartie bei der TG Heidingsfeld. Keiner im Lager der Blau-Weißen hatte wirklich mit Zählbarem gerechnet. „Ich habe den Jungs schon vor einiger Zeit gesagt, dass wir einen schönen Ausflug nach Unterfranken machen und versuchen wollen, möglichst lange mitzuhalten und am Ende nicht allzu sehr unter die Räder zu kommen" brachte Matthias Schnödt nach dem Spiel noch einmal seine Vorgaben zum Ausdruck. Dass man am Ende sogar einen ganz kurzen Augenblick so etwas Ähnliches empfand wie Enttäuschung, hatte allerdings nichts damit zu tun, dass man sich die von Vielen befürchtete, deftige Abfuhr abgeholt hat, sondern dass es letztlich „nur" ein Punkt wurde. Doch ein Augenblick dauert üblicherweise nur drei Sekunden und so brach die unbändige Freude über den sensationellen Zähler nur kaum wahrnehmbar zeitversetzt über die Bergstädter herein.

Dass er auch noch mehr als verdient war, machte Team und Verantwortliche, aber auch die mitgereisten blau-weißen Fans umso glücklicher, denn man hatte nicht das vorher heraufbeschworene „Wunder" benötigt, sondern „lediglich" das in der Mannschaft vorhandene Potenzial endlich einmal auf den Punkt abrufen müssen. Von Anfang an waren es vor allem die Abwehr und der Torhüter, die das Spiel der Gäste trugen. Nach dem 1:0 der Heimmannschaft in der 3. Minute genügten den Blau-Weißen 70 Sekunden, um durch konsequente Defensivarbeit und konzentrierte Abschlüsse den Spielstand auf 1:3 zu stellen. Die „Bullen" konnten bis zum 3:5 zunächst nur reagieren, bevor sie sich auf ihre Stärken besann und zu agieren begannen. Ein paar unglückliche Fehler und Unkonzentriertheiten der Gäste später hatte die TGH mit fünf unbeantworteten Toren ihrerseits das Spiel bis zur 17. Minute zu ihren Gunsten gedreht (8:5). Normalerweise hätte man nun erwartet, dass sich die handballerische Klasse der Unterfranken endgültig zeigen und man den Underdog an die Wand spielen würde. Doch weit gefehlt. Auerbach blieb im Spiel und kämpfte sich wieder heran.

Dass während der gesamten Spielzeit nicht einmal ein Blau-Weißer auf der Strafbank saß zeigt, dass man dabei auch stets mit fairen Mitteln arbeitete. „Unsere Abwehr war heute phänomenal und Valentin (Kroher) hat gehalten, was zu halten war" zeigte sich Paul Rupprecht stolz über eine geschlossen gute Mannschaftsleistung. „Wir haben immerhin gegen ein Team, das im Schnitt fast 31 Tore pro Spiel wirft, in seiner eigenen Halle nur 25 Treffer zugelassen." Nach knapp 29 Minuten war die Partie wieder ausgeglichen (11:11), beim ermutigenden Zwischenstand von 13:12 wurden die Seiten gewechselt.

Sollten nun, wie so oft in letzter Zeit, zehn gute und zehn entscheidend schlechte Minuten folgen und damit das Spiel seinen erwarteten Ausgang nehmen? Auch hier ein klares „Nein", denn Auerbach spielte weiter wie aus einem Guss, hielt die Konzentration im Abwehrverbund hoch und lag in der 39. Minute noch immer nur ein Tor zurück (15:14). Dass sich alle Anwesenden etwa 100 Sekunden später verwundert die Augen rieben, lag daran, dass auf der Anzeigentafel beim Heimteam 15 und beim Gast 17 Tore aufleuchteten. Alexander Tannenberger, der nach Längerem wieder einmal sein gesamtes Talent zeigen konnte und zweimal Matthias Schnödt hatten die Gäste in Führung geworfen. Heidingsfeld war wieder verdammt, zu reagieren, statt zu agieren. Wütende und wuchtige Angriffe verpufften jedoch ebenso, wie auf der anderen Seite immer wieder ein Tor hingenommen werden musste. Auerbach gab den Takt und  ständig einen Treffer vor und hielt den Favoriten auf Distanz.

Drei Minuten vor Schluss hatte Heiko Karrer nach dem achten Treffer von Alexander Tannenberger genug gesehen und legte beim Stand von 23:25 die Grüne Karte auf den Tisch. Die kurze Unterbrechung kam offenbar genau zum rechten Zeitpunkt, denn sein Team erzielte die nächsten beiden Tore und glich zum Endstand von 25:25 aus. Dennoch darf nicht unerwähnt bleiben, dass die letzte Minute noch einmal eine glänzende Parade von Valentin Kroher sah, der damit den Punkt endgültig festhielt.

Ein besonderes Lob sprach Matthias Schnödt auch an Jonas Brendel-Suchanek aus, der noch am Nachmittag drei Tore zum 35:27 Hinspielsieg der 2. Mannschaft beigetragen hatte und nun in Heidingsfeld zusammen mit Paul Rupprecht die Betreuung der Bank übernahm. Da gleichzeitig der HSV Hochfranken mit 32:24 gegen dem MTV Stadeln gewann, liegt Auerbach nun punktgleich, aber mit gewonnenem direkten Vergleich vor Hochfranken auf Platz Zehn. „Jetzt müssen wir „nur noch" gegen Fichtelgebirge gewinnen, aber dazu brauchen wir jede verfügbare Unterstützung in der Helmut-Ott-Halle" blickte Matthias Schnödt bei aller Freude schon eine Woche voraus.

SV 08 Auerbach: Kroher, Seiffert, Tannenberger (8), Hofmann Mo. (1), Bürger, Wilke (3), Eckert (1), Schnödt (6), Herold (1), Wehner, Hofmann A. (1), Schalanda, Pankraz (4/2)

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 23. April 2018 um 19:56 Uhr
 
Vorbericht TG Heidingsfeld - SV 08 Auerbach I

Im vorletzten Saisonspiel müssen die Handballer des SV 08 Auerbach noch einmal auswärts ran und sind dabei Gast beim Tabellen-Dritten TG Heidingsfeld. Der Heimatverein von Europameister Carsten Lichtlein war im Vorjahr als Vizemeister in der Relegation am TSV Ottobeuren gescheitert und will nun, teuer und prominent verstärkt, unbedingt in dieser Runde den Aufstieg in die Bayernliga realisieren. Dabei kam es mehr als ungelegen, dass das Top-Spiel am vergangenen Wochenende bei der HSG Lauf/Heroldsberg verloren ging, sodass derzeit der angestrebte Relegationsplatz nicht mehr aus eigener Kraft erreicht werden kann. Für Auerbach dagegen hat die Partie gegen die Unterfranken lediglich den Charakter eines hochkarätigen Trainingsspiels. Anpfiff im Würzburger Sportzentrum am Wiesenweg ist um 19:30 Uhr.

Man schrieb das Jahr 1970, als Katja Ebstein – die Älteren unter den Auerbacher Handball-Fans werden sich an den Namen erinnern – mit ihrem Lied „Wunder gibt es immer wieder“ Deutschland beim Grand Prix Eurovision de la Chanson vertrat und immerhin Platz Drei ergatterte. Heute, fast ein halbes Jahrhundert später gibt es den Grand Prix nicht mehr, er heißt jetzt Eurovision Song Contest, Deutschland belegt in den letzten Jahren regelmäßig hintere Plätze und Wunder werden in unserer medial aufgeklärten Zeit immer seltener. Dennoch wäre es genau eines dieser Wunder, was Matthias Schnödt und sein Team benötigten, wollten sie am Samstagabend von der TG Heidingsfeld etwas Zählbares für ihren Kampf um den Klassenerhalt mitnehmen.

Immerhin erwartet die Oberpfälzer ein Team, das bereits im Vorjahr die Runde als Vizemeister beendete und erst in der Aufstiegsrelegation scheiterte, sich aber für die laufende Saison noch einmal deutlich verstärkte. Felix Maier und Julius Weinhardt auf Außen, Matyas Varga im Tor, Dennis Orf, Andreas Hilpert und Tim Schräder im Rückraum und nicht zuletzt Kreisläufer Julian Bötsch vom Zweitligisten DjK Rimpar Wölfe sollten die Mannschaft auf das nächste Level heben. Aber Namen allein bilden noch keine Mannschaft und so konnte man erst nach sechs Spieltagen einigermaßen den Sand aus dem Getriebe schütteln, hatte man doch in den drei Auswärtsspielen bis dahin fünf Punkte liegen lassen. Auch wenn es danach besser lief, übergab Mitte Oktober Trainer Manfred Wirth nach 3 Jahren sein Amt interimsweise an Trainer-Urgestein Artur Lichtlein, Vater von Deutschlands erfolgreichstem Handballer und Team-Paten Carsten Lichtlein. Dieser wiederum reichte den Stab weiter an Heiko Karrer, erfahrener Zweit- und Drittliga-Trainer und ehemaliger Nationalspieler. Karrer saß im letzten Spiel vor Weihnachten ausgerechnet in der Helmut-Ott-Halle erstmals auf der Bank.

Nach der Winterpause warteten die „Hätzfelder Bullen“ mit einem weiteren Zugang auf. Rückraumspieler Marius „Sunshine“ Hümpfer, den man in Auerbach noch aus vielen Duellen mit HaSpo Bayreuth kennt, kehrte zu seinem Heimatverein zurück und soll vorerst bis zum Saisonende bleiben und seine Erfahrungen aus vielen Bayernligaeinsätzen einbringen. Dabei steht neben seinem wuchtigen Offensiv- vor allem sein äußerst zupackender Defensivstil im Vordergrund, weshalb er mit Julian Bötsch, der den Verein nach nur einer Saison in Richtung HSC Bad Neustadt wieder verlassen wird, einen der effektivsten Abwehr-Mittelblocks der Liga bildet. Addiert man noch mit Matyas Varga einen der besten Torhüter der Liga, dann verwundert es nicht, dass die TG mit gerade einmal 22 Gegentoren die mit weitem Abstand beste Abwehr stellt. Aktuell werden jedoch auch Hümpfers Torjägerqualitäten und seine durchschnittlich vier Treffer pro Spiel gebraucht, denn mit Außen Felix Maier und Halblinks Dennis Orf, der mit 81 Toren bisher neben Maximilian Wirth (84) zweitbester Rückraumwerfer war, fallen zwei wichtige Schützen längerfristig verletzt aus. Heiko Karrer kann jedoch aus dem Vollen schöpfen. Immerhin stehen ihm mit Julius Weinhardt (61 Tore) auf Außen und Julian Bötsch (92 Tore) zwei ausgezeichnete Werfer zur Verfügung, beide nur noch übertroffen von Gabor Farkas. Der 31-jährige ungarische Rechtsaußen führt mit insgesamt 147 Toren die interne Torschützenliste an und ist auch staffelweit unter den besten zehn Werfern zu finden. Nimmt man die Erfahrungen und die individuellen Fähigkeiten der „Hätzfelder“ zusammen, dann sollte es im Hinblick auf den Bayernliga-Aufstieg eigentlich keine Frage des „ob“, sondern nur des „wann“ sein. Umso mehr verwundert es, dass die Unterfranken zu Beginn der Rückrunde erneute Dämpfer hinnehmen mussten und bei der HSG Fichtelgebirge zwei und gegen die SG Regensburg einen Punkt abgaben. Noch bitterer schmeckte jedoch die Niederlage am vergangenen Wochenende in Lauf, weshalb man nun zwei Punkte hinter dem begehrten Relegationsplatz liegt.

Während Matthias Schnödt und sein Team auf ein Wunder hoffen, will man in Heidingsfeld ohne ein solches auskommen – zumal es offenbar nur Platz Drei einbringt. Den Auerbacher Fans jedenfalls steht ein wundervolles Wochenende bevor. Wer nicht genug bekommen kann vom Handball, der sollte am Samstag ab 14:00 Uhr in der Helmut-Ott-Halle die „Zweite“ im Relegations-Hinspiel gegen den ATSV Kehlheim unterstützen, direkt im Anschluss in den Bus nach Heidingsfeld steigen (Abfahrt ist um 15:30 Uhr am Place de Laneuveville) und am Sonntagabend in Kehlheim dabei sein, wenn Stefan Deinzer und sein Team hoffentlich den Klassenerhalt feiern.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 20. April 2018 um 20:23 Uhr
 
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