24 | 02 | 2018
1.Mannschaft
Spielbericht SV 08 Auerbach - ASV 1863 Cham

Vor etwa 200 Zuschauern mussten sich die Handballer des SV 08 Auerbach im ersten von zwei aufeinander folgenden Spielen gegen den ASV 1863 Cham am Ende klar mit 24:31 (15:15) geschlagen geben. Nach anfänglich guter Leistung des Heimteams, aus dem einmal mehr Maxim Pankraz und Thomas Wilke herausragten, genügten den Gästen zwölf Minuten nach der Pause, in denen sie lediglich zwei Tore zuließen, um das Spiel an sich zu reißen und am Ende verdient zu gewinnen. Bereits in zwei Wochen kommt es zum Rückspiel im Bayerwald. Während Cham nach Minuspunkten mit dem Tabellen-Vierten MTV Ingolstadt gleichzog, belegt Auerbach mit nun 13:21 Punkten weiterhin Platz Zehn.

Die Uhr zeigte 56:12 Minuten, als es zu einer Rudelbildung kam, wie man sie sonst nur vom Eishockey kennt. Nachdem die Unparteiischen das Durcheinander endlich aufgelöst hatten, war, wie oft in solchen Fällen, sehr viel mehr Platz auf dem Feld. Dass allerdings Auerbach aus dieser Situation mit zwei Zeitstrafen und einer Roten Karte hervorging, Cham jedoch mit nur einer Zeitstrafe davonkam, verwunderte dann doch und führte zu einigem Unmut.

Was war geschehen? Das Spiel war eigentlich schon fast zu Gunsten der Gäste entschieden, denn zehn Sekunden zuvor hatte Philipp Lommer das 24:28 für Cham erzielt und die Auerbacher Abwehr hatte sich bis dato nicht wirklich in der Lage erwiesen, der tschechischen Rückraumachse Tahovsky-Pelikan-Soukup Paroli zu bieten. Als dann ein Blau-Weißer von der währen der gesamten Partie rustikal zu Werke gehenden Defensivabteilung der Bayerwälder ungeschickt gefoult wurde, kam es zu besagter Rangelei. Während Thomas Wilke, der sich mit jugendlichem Übermut und etwas zu viel Vehemenz ins Getümmel gestürzt hatte, direkt mit Rot auf die Tribüne musste, folgte ihm der ursprünglich Foulende André Bornack wegen seiner dritten Zweiminutenstrafe. Aus dem gleichen Grund musste auch Karsten Herold frühzeitig zum Duschen gehen, was den verständlichen Unmut seines Trainers hervorrief. Auf seine Zweifel an der Entscheidung hin bekam er zunächst die Gelbe Karte zu sehen. Unzufrieden mit dieser „Antwort", handelte er sich auf weiteres Nachfragen unnötigerweise auch noch eine Zeitstrafe gegen das Team ein. Somit musste Auerbach in den letzten Minuten zeitweise mit nur drei Feldspielern agieren, weshalb sich das, am gesamten Spielverlauf gemessen, letztlich etwas zu hohe Ergebnis erklären lässt. „Klar muss ich mich als Trainer in dem Moment besser im Griff haben" bedauerte Schnödt die Zeitstrafe. „Aber in einem Derby sind die Emotionen sowieso schon höher und es war für mich absolut nicht nachvollziehbar, warum wir bei einer derartigen Rudelbildung mehrfach, vom Gast aber nur Einer bestraft wurden."

Sicherlich entlud sich bei den Auerbacher Aktionen auch ein wenig der Frust über die zweite Halbzeit. Immerhin hatte man bis zum Seitenwechsel ein offenes Spiel gesehen, in dem beide Teams auf Augenhöhe agierten und in dem der Gastgeber zeitweise sogar mehr vom Spiel hatte. Cham war zwar besser ins Spiel gestartet, hatte nach vier Minuten bereits mit 0:3 geführt, nur um dann fünf unbeantwortete Tore hinnehmen zu müssen. Schon früh hatten sich auf beiden Seiten die Hauptakteure der Partie herauskristallisiert. Auf Seiten der Gäste waren dies eindeutig die tschechische Rückraum-Reihe Petr Tahovsky, Lukas Pelikan und Tomas Soukup. Die Auerbacher Abwehr fand zu keiner Zeit ausreichend Zugriff auf die drei Werfer und gestattete ihnen einen „leichten" Treffer nach dem anderen. „Wir waren heute über weite Strecken viel zu passiv und haben dem Gegner zu viele einfache Tore erlaubt" sagte Spartenleiter Paul Rupprecht. Auf der anderen Seite des Balles jedoch sah man zunächst ein anderes Bild. Ausgerechnet die Jüngsten zeigten auf, wo es lang gehen sollte, denn Maxim Pankraz und Thomas Wilke erwiesen sich einmal mehr als die Motoren im Auerbacher Spiel. „Von Thomas und Maxim ging heute die größte Gefahr in unserem Spiel aus. Beide haben wieder ein gute Spiel gezeigt" lobte auch Matthias Schnödt die Leistung seiner besten Torschützen. Doch auch sie waren nicht in der Lage, das Abwehrdefizit über die gesamte Spieldauer auszugleichen. Auerbach war nun zwar relativ gut in Schwung gekommen, hatte zwischenzeitlich seinen Vorsprung sogar auf drei Tore ausbauen können (8:5, 10:7), wurde dann aber von seiner Unfähigkeit Tore zu verhindern eingeholt. Mit einem 1:5- Lauf übernahm Cham wieder das Geschehen. Den Blau-Weißen gelang es bis zur Pause nicht mehr, die Initiative zu ergreifen, vielmehr rannte man nur noch dem knappen Rückstand hinterher. Dennoch ging man relativ guten Mutes beim Stand von 15:15 in die Kabinen.

„Die zwölf Minuten nach der Pause waren entscheidend" analysierte Paul Rupprecht den Beginn der zweiten Hälfte. „Wir waren in dieser Phase viel zu passiv in der Abwehr und haben uns noch mehr als im Rest des Spiels von der intensiven Defensive der Chamer beeindrucken lassen. Im Angriff wirkten wir da verkrampft und konnten sogar einige Überzahlsituationen nicht nutzen, was natürlich auch dem gegnerischen Torhüter in die Karten gespielt hat" ergänzte Matthias Schnödt. Dass er sich von seinen eigenen Torhütern mehr erhofft hatte, wollte er an dieser Stelle ebenfalls nicht verhehlen, auch wenn Ersatz- Keeper Johannes Reger einige gute Bälle hatte. „Insgesamt erwarte ich mehr von unserem Torwartspiel." So stand am Ende eine deutliche Niederlage und die Erkenntnis im Raum, dass der „Joker" nicht erfolgreich genutzt wurde. Immerhin hat man in bereits zwei Wochen die Möglichkeit, in Cham einen weiteren Versuch zu starten.

Statistik:
SV 08 Auerbach: Kroher, Reger, Tannenberger (3), Hofmann Mo., Bürger (1), Eckert (1), Herold (1), Hofmann A. (2), Wehner (2), Pankraz (7/2), Wilke (7), Schalanda

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 16. Februar 2018 um 18:16 Uhr
 
Vorbericht SV 08 Auerbach I - ASV Cham

Mit zwei Oberpfalz-Derbys gegen den selben Gegner setzen die Handballer des SV 08 Auerbach ihre Saison fort. Dabei empfangen sie den derzeitigen Tabellen-Fünften ASV 1863 Cham an diesem Samstag zunächst in der Helmut-Ott-Halle, bevor sie dann zwei Wochen später, am 24. Februar in Cham antreten. Nach der Niederlage ihres direkten Verfolgers MTV Stadeln am letzten Sonntag, würden Punkte aus diesem Nachholspiel helfen, den Abstand zu den Abstiegsplätzen zu vergrößern. Dabei darf auch der ungewöhnliche Zeitpunkt der Partie – Anpfiff ist bereits um 14:00 Uhr - kein Hindernis für die Blau-Weißen sein. Ab 16:00 spielt dann die männliche A-Jugend gegen den ESV 27 Regensburg und ab 18:00 Uhr die männliche B-Jugend gegen den HSC 2000 Coburg II.

An diesem Faschings-Wochenende finden nur zwei Nachholspiele in der Landesliga Nord statt. Während es dabei zwischen der SG Regensburg und der HSG Lauf/Heroldsberg um den Platz an der Sonne geht, orientieren sich die beiden anderen Teams eher ins Mittelfeld der Tabelle. Der ASV 1863 Cham ist hierbei seinem Ziel schon deutlich näher. Derzeit liegen die Bayerwälder mit 18:12 Zählern auf Platz Fünf, nach Minuspunkten gleichauf mit dem Vierten MTV Ingolstadt (22:12) und vier Minuspunkte vor dem Sechsten TV Münchberg (18:16). Diese etwas undurchsichtige Konstellation liegt daran, dass der ASV außer dem Spiel an diesem Samstag gegen Auerbach ein weiteres Nachholspiel beim HSV Hochfranken zu bestreiten hat. Allerdings handelt es sich dabei eher um ein Wiederholungsspiel, denn das Aufeinandertreffen in der Hinrunde musste nach 51 Minuten wegen des undichten Dachs der Selber Realschul-Turnhalle beim Stand von 19:24 für die Gäste abgebrochen werden.

Allein dieses Zwischenergebnis deutet darauf hin, dass die Bayerwälder eine ihrer größten Schwächen offenbar überwunden haben. Nach eigenem Bekunden hatten sie in den vergangenen Spielzeiten mit einer eklatanten Auswärtsschwäche zu kämpfen. So stand in einem der Chamer Berichte zu lesen: „Was nicht glatt läuft: Die deprimierende Auswärtsschwäche (1:11 Punkte) der Truppe von Übungsleiter Sylvio Scheurer. Trainer Scheurer bedauert besonders das 24:25 in Auerbach sowie das 27:27 bei Fichtelgebirge“. Doch das war die vergangene Saison, die aktuelle Runde hat einige Veränderungen mit sich gebracht. Zum einen hat Torhüter Zdenek „Ebi“ Hejduk nach 20 Jahren im Dress des ASV sein Karriereende verkündet, zum anderen will Allrounder Christoph Selmer für ein Jahr pausieren. Außerdem hat man sich nach fünf Jahren Amtszeit von Trainer Sylvio Scheurer getrennt und das Zepter an Filip Turecek übergeben. Der 41-jährige ist in beim ASV kein Unbekannter, stand er doch Anfang des Jahrtausends zu Bayernligazeiten selbst im Aufgebot der Chamer. Inzwischen halten ihn jedoch Schulter- und Knieprobleme davon ab, selbst ins Spielgeschehen einzugreifen. Neben der Arbeit mit den Oberpfälzern betreut er auch noch ein Jugendteam in seiner Heimatstadt Pilsen. Aus seiner aktiven Zeit in Cham verfügt er noch über viele enge Freundschaften. Besonders eng ist er mit ASV-Urgestein Petr Tahovsky verbunden. „Er ist mein Physio, wenn ich wieder Probleme mit meiner Schulter und meinem Knie habe, dann komme ich zu ihm“. Tahovsky ist dabei nicht nur der Physio seines Trainers, sondern auch der tschechischen Nationalmannschaft, weshalb er kürzlich wegen der EM im Aufgebot der Chamer fehlte.

Das sollte jedoch kein allzu großes Problem für seinen Trainer sein, denn der will das Team sowieso unabhängiger von Tahovsky machen. „Ich habe im letzten Jahr einige Spiele des ASV gesehen, es war alles auf Petr zugeschnitten, das müssen wir ändern.“ Zudem soll das Spiel schneller werden. Dennoch wird vermutlich kein völlig anderer ASV zu erwarten sein, denn die tschechische Achse Tahovsky, Klima, Pelikan und Soukup bildet weiterhin das Herz des Chamer Spiels. „Die tschechischen Spieler behalten durch ihre Erfahrung meist in engen Situationen einen kühlen Kopf“, so Turecek. Daneben treten immer wieder neue Namen in den Vordergrund. So stand am vergangenen Wochenende urplötzlich Jeremias Geißler im Rampenlicht. Der junge Linksaußen war anstelle von Petr Tahovsky in den Rückraum gerückt und hatte beim Tabellenführer in Lauf sieben Tore erzielt. Auch wenn es diesmal nicht ganz zu Zählbarem gereicht hat, so zeigte sich doch, dass der ASV inzwischen sowohl über das nötige Personal, als auch die mentale Stärke für die Spiele in fremder Halle verfügt.

Für Auerbachs Trainer Matthias Schnödt, der mit Ausnahme von Raul Adam, wohl auf seinen gesamten Kader zurückgreifen kann, ist nach dem klaren Sieg der Vorwoche die Marschrichtung klar. „Cham ist so etwas wie eine Wundertüte. Zuletzt gab es knappe Niederlagen in Lauf und in Stadeln, aber auch Siege in Münchberg und Helmbrechts, ganz zu schweigen von den deutlichen Heimsiegen gegen Sulzbach und Ingolstadt. Die meiste Gefahr geht zwar vom Rückraum aus, aber wir müssen auch darauf achten, dass nicht ein Anderer, wie letzte Woche Geißler, einen Sahnetag erwischt. Wir wussten immer, dass das unser "Jokerspiel" ist, in dem jeder Zähler Gold wert ist. Deshalb wollen wir mit der Unterstützung unserer Fans, dass die Punkte in Auerbach bleiben.“

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 08. Februar 2018 um 17:38 Uhr
 
Spielbericht SV 08 Auerbach - TV Marktsteft

Nach zuletzt sechs Niederlagen in sieben Spielen meldeten sich die Handballer des SV 08 Auerbach gegen den über weite Strecken überforderten Tabellen-Zwölften TV Marktsteft mit einer rundum überzeugenden Leistung im Kampf um den Klassenerhalt zurück. Vor etwa 185 Zuschauern erzielten die Oberpfälzer mit 38:21 (17:11) nicht nur ihren höchsten Sieg der laufenden Runde, sondern hielten auch einen direkten Konkurrenten mehr als deutlich auf Abstand. Matthias Schnödt erhofft sich von diesem klaren Sieg eine Signalwirkung für sein Team, vor allem auch im Hinblick auf die am kommenden Samstag stattfindende Nachholpartie gegen den ASV Cham. Auerbach belegt mit nun 13:19 Punkten weiterhin Platz Zehn.

SV 08 Auerbach - TV Marktsteft: 38:21 (17:11)


Zunächst sah es so aus, als würde das Spiel vor einer Minuskulisse stattfinden, denn wenige Minuten vor dem Anpfiff zählte man gerade einmal knapp 100 Zuschauer. Manch einer befürchtete schon, man hätte einen Großteil der Fans an die „Narren" der ebenfalls stattfindenden Prunksitzung verloren, doch als es richtig los ging, war die Tribüne der Helmut-Ott-Halle bereit. Nicht ganz bereit schienen jedoch die Akteure auf dem Feld zu sein. Sehr nervös und teilweise überhastet starteten die Blau-Weißen in die Partie und vergaben gleich zu Beginn einige Möglichkeiten ein Zeichen zu setzen. Allerdings stolperte sich auch der Gegner aus Unterfranken mehr ins Spiel, als dass er die Fehler der Gastgeber nutzen konnte. Verlorene Bälle, ungenaue Abschlüsse und unglückliche Abwehraktionen hüben wie drüben ließen die Partie hin und her pendeln, wobei Auerbach trotz aller Nervosität dem Gegner immer einen Schritt und ein Tor voraus war. Bis zur 10. Minute hatten beide Teams zwar fünf Treffer erzielt, Marktsteft hatte bis dahin jedoch schon dreimal von den über weite Strecken kleinlichen und oft für beide Seiten überraschenden Entscheidungen der Unparteiischen profitiert und einen Strafwurf verwandelt.

Danach hatten die Bergstädter ihre Nerven besser im Griff und rissen das Spiel immer mehr an sich. Als in der 20. Minute Valentin Kroher beim Stand von 9:7 einen Strafwurf der Gäste entschärfte und sich diese im Anschluss zweimal durch Strafzeiten selbst dezimierten, ließen die Hausherren einen 3:0 Lauf folgen und hatten knapp drei Minuten später den an diesem Tag vorentscheidenden Vorsprung herausgespielt (12:7). „Wir sind heute in der Abwehr ganz gut gestanden und die Jungs haben nach anfänglichen Problemen ihr Spiel immer besser in Griff bekommen" zeigte sich Matthias Schnödt hinterher sehr zufrieden. Auerbach konnte aus einer vor einem guten Valentin Kroher konzentriert arbeitenden Abwehr heraus sein Gegenstoßspiel aufziehen und einige schnelle und einfache Tore erzielen. Florian Wehner, der zunächst ein, zwei unglückliche Szenen hatte, zeigte, wie auch Daniel Schalanda auf der rechten Seite, mehrere disziplinierte Defensivaktionen, sowie Schnelligkeit im Angriff und präzise Abschlüsse. Thomas Wilke und Maxim Pankraz brachten ständig Druck auf die Abwehr des Gegners und ließen dieser kaum Zeit zum Atmen. So hielt die blau-weiße Führung nicht nur, sondern konnte bis zum Pausenpfiff auf 17:11 ausgebaut werden.

Gleich nach Wiederanpfiff erhöhte Auerbach noch einmal sowohl das Tempo, als auch das Ergebnis (19:11) und befand sich schon jetzt klar auf der Siegerstraße. Marktsteft, das an diesem Tag eine Klasse schlechter war als seine Gastgeber, fand zu keinem Zeitpunkt ins Spiel zurück. Anders als in manch anderer Partie ließen sich die Blau-Weißen diesmal nicht von ihrer deutlichen Führung blenden. „Wir hatten schon einige Spiele, in denen wir bei deutlicher Führung einen Gang zurückgeschaltet haben und deshalb noch in Bedrängnis kamen. Diesmal haben die Jungs den Vorsprung nicht nur verwaltet, sondern ihre Überlegenheit bis zum Ende durchgezogen und sich selbst belohnt" lautete das zufriedene Resümee des Trainers. In der 41. Minute wurde Marktstefts Kevin Pfeiler von den Unparteiischen nach seiner dritten Zeitstrafe vorzeitig zum Duschen geschickt. Auerbach nutzte diese erneute Schwächung des Gegners und erhöhte noch einmal um zwei Tore (26:15). Als dann die Gäste versuchten, durch eine Auszeit das Spiel des SV zu unterbrechen, gelang dies nur bedingt, denn nach einem Treffer durch Florian Irmler ließen Maxim Pankraz, Florian Wehner und zweimal Thomas Wilke vier schnelle und unbeantwortete Tore folgen (30:16).

„Egal mit welcher Abwehrformation wir heute agiert haben, offensiv, halb-offensiv oder 6-0, es hat fast alles geklappt. Und Valentin hat gut gehalten, sodass wir ein schnelles Gegenstoßspiel aufziehen konnten." Auch als Schnödt in der zweiten Hälfte begann, einigen sonst weniger eingesetzten Spielern Einsatzzeiten zu geben, war kein Leistungsabfall zu spüren. Egal ob Jonas Brendel-Suchanek in der Abwehr oder Moritz Hofmann als Rückraumspieler, jeder Akteur, der aufs Feld kam, konnte überzeugen. Am Ende leuchtete ein auch in der Höhe verdientes 38:21 von der Anzeigentafel. Matthias Schnödt richtete bei aller Zufriedenheit jedoch seinen Blick schon wieder nach vorn. „Wir sollten mit einer ähnlichen Leistung am kommenden Samstag im Nachholspiel gegen Cham durchaus eine Chance haben und diese extrem wichtigen Punkte vergolden." 


SV 08 Auerbach: Kroher, Adam, Tannenberger (6), Hofmann Mo. (2), Brendel-Suchanek, Bürger (1), Ziegler, Eckert, Herold (1), Hofmann A. (3), Wehner (5), Pankraz (8/2), Wilke (7), Schalanda (5)

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 05. Februar 2018 um 12:05 Uhr
 
Vorbericht SV 08 Auerbach I - TV Marktsteft

Nach der Partie bei einem Aufstiegskandidaten empfangen die Handballer des SV 08 Auerbach an diesem Samstag wieder ein Team, dessen „Vision“ eher der eigenen entspricht, denn in einem sogenannten „Vier-Punkte- Spiel“ tritt mit dem Tabellen-Zwölften TV Marktsteft ein direkter Konkurrent im Kampf um den Klassenerhalt in der Helmut-Ott-Halle an. Der unterfränkische Aufsteiger, der mit lediglich vier Punkten aus der Hinrunde bereits abgeschlagen schien, errang in den drei Partien seither bereits drei weitere Zähler und meldete sich damit im Ringen um den Verbleib in der Landesliga zurück. Anpfiff ist um 18:00 Uhr, das Vorspiel bestreitet ab 16:00 Uhr das Reserveteam gegen den SV Buckenhofen II.

„Marktsteft hat sich im Vergleich zur Hinrunde deutlich gesteigert“ warnte Matthias Schnödt vor übertriebener Selbstsicherheit. Immerhin könnte man glauben, die Partie gegen den unterfränkischen Aufsteiger und derzeitigen Tabellen- Zwölften wäre nach dem deutlichen Hinspielsieg (25:32) ein eher leichtes Unterfangen, zumal die „Green Boys“, wie sie sich selbst wegen ihrer Vereinsfarben nennen, gewohnt sind, zuhause ohne Harz zu spielen. Allerdings hatte einerseits die Schnödt- Sieben in der Vergangenheit auch mit solchen Gegnern schon so manches Problem, andererseits befindet sich das Team um Spielertrainer Viliam Vitkovic derzeit im Aufwind. Hierfür sprechen vor allem die in den drei letzten Spielen errungenen drei Punkte, womit man die Ausbeute der gesamten Hinrunde fast verdoppeln konnte.

Das kann daran liegen, dass Trainer Vilo Vitkovic wieder häufiger selbst ins Geschehen eingreift, doch der Hauptgrund für die ansteigende Form der Unterfranken liegt wohl in der Rückkehr von Franz Xaver Hetterich. Der 22 Jahre alte Rückraumlinks, der im Jugend-Bundesliga- Aufgebot des HC Erlangen und später beim TSV Rödelsee in der 3. Liga aktiv war, ist gerade von einem halbjährigen Praktikum in den USA zurückgekehrt. Auch wenn er in der Nähe von Atlanta keine Möglichkeit hatte, seinen eigenen Sport zu trainieren, hielt er sich mit den örtlichen Angeboten in Form, was er auch gleich bei seinen ersten beiden Einsätzen mit jeweils vier Toren unter Beweis stellte. Zusammen mit Marius Olbrich bildet er nun das vor der Saison erhoffte „dynamische Duo“ im Rückraum. Olbrich, mit bisher insgesamt 71 Treffern bester Werfer seines Teams, muss an diesem Samstag aber voraussichtlich zuschauen, denn im Spiel gegen die HSG Lauf/Heroldsberg am vergangenen Samstag wurde er 17 Sekunden vor Schluss mit „Rot“ und „Blau“ vom Feld geschickt. Die Blaue Karte bedeutet bekanntlich einen Bericht über das Foul und eine Sperre für mindestens ein Spiel. Dass es sich um eine mehr als ungeschickte Aktion handelt, lässt sich anhand des Ergebnisses erkennen, denn Lauf gewann am Ende klar mit 22:32.

Ein Blick auf dieses Ergebnis gibt einem auch zugleich einen Hinweis auf die größte Schwäche der Unterfranken: Die Torausbeute. Nach eigenem Bekunden tut man sich vor allem gegen offensiveren Abwehrvarianten schwer, zum Abschluss zu kommen. Im Durchschnitt der ersten 15 Partien hat man lediglich 22,4 Tore erzielt, musste im Gegenzug dazu jedoch fast 29 Treffer hinnehmen. Vor allem auswärts äußerte sich dieses Manko besonders deutlich. So wurden fünf von sechs Hinrundenspielen in fremder Halle mit über 30, vier davon sogar mit mindestens 36 Gegentoren verloren. Doch seit der Winterpause und der Rückkehr von Franz Xaver Hetterich hat sich die Situation deutlich verändert. Nicht nur, dass man gleich im ersten Heimspiel gegen den MTV Stadeln mit dem dritten Sieg der Saison (26:23) in die Rückrunde startete, man ließ auch noch einen Auswärtspunkt beim HC Forchheim folgen (21:21). Damit liegt man nur noch vier Punkte hinter Auerbach, das den derzeit ersten Nichtabstiegsplatz belegt, und hält die Hoffnung auf den Klassenerhalt am Leben.

„Die Vorzeichen stehen zwar nicht schlecht – immerhin spielen wir in eigener Halle – doch dürfen wir die Hoffnung des Gegners nicht unterschätzen. Mit einem Sieg könnten wir uns allerdings wieder etwas Luft im Kampf um den Klassenerhalt verschaffen.“ Matthias Schnödt mahnte vor allem an, dass man von Beginn an konzentriert zu Werke gehen solle. „Wie schon oft gefordert, brauchen wir eine starke Abwehr und ein gutes Torwartspiel als Basis, um möglichst frühzeitig unser Tempospiel aufziehen zu können. Hetterich ist ein guter Spieler und um ihn zu stoppen, müssen wir hinten deutlich kompakter stehen, als zuletzt in Ingolstadt.“ Für die in solchen Situationen oftmals eingesetzte Sonderbewachung eines gegnerischen Werfers war in der laufenden Saison schon mehrmals Florian Wehner zuständig. Ausgerechnet er kann jedoch derzeit nur eingeschränkt trainieren. „Außer Flo sollten eigentlich alle sicher dabei sein können“ stellte Schnödt unter der Woche in Aussicht. „Zudem hoffe ich, dass möglichst viele Zuschauer in der Halle sind und uns in diesem extrem wichtigen Spiel lautstark zum Sieg führen.“

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 01. Februar 2018 um 20:04 Uhr
 
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