25 | 05 | 2020
EDEKA Schöffler Cup 2020

Sensationell: SV 08 Auerbach trumpft vor 700 Zuschauern auf

Fortuna Regensburg holt nach 2016 und 2017 zum dritten Mal den Wanderpokal und darf ihn behalten.
Im Finale setzt der Favorit sich denkbar knapp im Neunmeterschießen mit 9:8 (1:1) durch. Sebastian Kausler wird bester Torhüter, Paul Zura bester Spieler (beide SV 08). Torschützenkönig wird André Klahn von der DJK Gebenbach (6 Treffer).

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Die Großen stürzen reihenweise, die Kleinen trumpfen groß auf. Obwohl das Auerbacher Turnier gleich mit vier Bayernligisten besetzt war, prägte der Kleinste den Tag: Nach einem insgesamt furiosen Turnier unterlag Gastgeber SV 08 Auerbach im Finale dem SV Fortuna Regensburg mit 8:9. Für den Riesen-Bäng reichte es nicht; dennoch waren die die 700 Zuschauer aus dem Häuschen.

 

Damit konnte man nicht rechnen: Obwohl es in diesem Winter kaum ein hochkarätiger besetztes Turnier gibt, spielten die vier Bayernligisten bei der Vergabe der Spitzenplätze keine Rolle. Im Halbfinale standen der SV 08 Auerbach (Kreisliga), der SV Etzenricht (Bezirksliga) und die beiden Landesliga-Vertreter Fortuna Regensburg und SV TuS / DJK Grafenwöhr. Selten hat diese Turnier derartige Dramen hervorgebracht wie diesmal.

 

Schon mit dem Eröffnungsspiel zwischen SV Grafenwöhr und DJK Ammerthal deutete sich an, dass Liga-Zugehörigkeit diesmal keine Rolle spielt. In der Gruppe A setzte Grafenwöhr einen frühen Treffer, dem Ammerthal für den Rest der Spielzeit nichts entgegen zu setzen wusste. Auch dem zweiten Bayernligisten konnte Grafenwöhr Paroli bieten. In einem schwungvollen Spiel gegen Bayern Hof suchten beide Mannschaften den Sieg. Die Zuschauer sahen viele Tore (3:3) und erlebten einen spannenden Verlauf. Mit dem 2:2 gegen den SV Etzenricht holte sich Grafenwöhr den Gruppensieg. Unterstützt vom eigenen mitgereisten Publikum zeigte sich der Landesligist in glänzender Spiellaune und gab sich auch nach Rückständen nie auf. Gleiches gilt auch für den SV Etzenricht, der Grafenwöhr ins Halbfinale folgte. Im ersten Spiel unterlag man verdient der SpVgg Bayern Hof (1:2), da der Bayernligist klüger agierte. Der Coup gelang im nächsten Spiel: Mit enormer Motivation fertigte der SVE die DJK Ammerthal mit 3:1 ab. Das Unentschieden gegen Grafenwöhr reichte gerade noch für Platz 2. Das günstigere Torverhältnis gab den Ausschlag. Für das junge Bayernliga-Team aus Hof fing das Turnier standesgemäß mit dem 2:1 gegen Etzenricht an. In den Zuschauerrängen raunte man schon vom Turnierfavoriten. Denn die Hofer präsentierten schönen und intelligenten Hallenfußball. Auch nach dem 3:3-Unentschieden gegen Grafenwöhr sah man sie nach auf der Straße zu vorderen Plätzen. Der Knockout kam im Duell der beiden Bayernliga-Teams: Hier wollten es die bislang glanzlose agierenden Ammerthaler nochmals wissen und rehabilitierten sich mit einem 3:1 gegen Hof beim Publikum. Nun standen Hof und Etzenricht punktgleich da. Weil das Regelwerk des Turniers das Torverhältnis als nächstes Kriterium sieht, hatte Etzenricht die Nase vorn. Für Ammerthal blieb nach zwei Niederlagen und einem Sieg nur der vierte Platz in der Gruppe übrig.

 

In der Gruppe B trafen gleich zwei Favoriten aufeinander: Der ATSV Erlangen (Bayernliga, Turnierdritter im Vorjahr) und DJK Gebenbach (Bayernliga, Titelverteidiger) zeigten ein Spiel auf hohem Niveau, bei dem um jeden Ball gerungen wurde. Das 1:1 war ein gerechtes Resultat. Erlangen kam mit einem gemischten Team aus erfahrenen und jüngeren Spielern, denen man anmerkte, dass die während des Nachmittags immer größer und lauter werdenden Kulisse gewöhnungsbedürftig war. Gebenbach dagegen kam mit einem Kader, der überwiegend aus Stammspielern der ersten Mannschaft besetzt war. Und tat sich dabei schwerer als erwartet. Denn auch im zweiten Spiel blieb man ohne Sieg und das ausgerechnet gegen den Underdog aus Auerbach. Gute Chancen blieben ungenutzt und der Gastgeber zeigte sich wie entfesselt, auch weil die mittlerweile gut 700 Zuschauer ihn frenetisch begleitete. Es reichte nur zu einem 2.2 für die DJK. So stand man im letzten Spiel gegen Fortuna Regensburg unter Druck. In einer herrlichen Partie ging es hin- und her. Am Ende drehte Regensburg das Spiel und gewann 4:3.

 

Die Story, um nicht zu sagen, das Märchen des Turniers schrieben andere: Der ewige Außenseiter Auerbach präsentierte sich mit klugem und selbstsicherem, gelegentlich auch rotzfrechem Spiel. Und mit einem Torwart, der mit seinem Reflexen und Paraden immer wieder Beifallsstürme erzeugte: Sebastian Kausler wuchs über sich hinaus und gab dem Auerbacher Team Rückhalt. Dazu kamen Teamgeist und Willensstärke. Schon im ersten Spiel setzte man Akzente. Gegen Fortuna Regensburg ging man schnell mit 1:0 in Führung – und versetzte das Publikum in erste Euphorie. Obwohl Regensburg dagegenhielt und selbst ein klasse Spiel lieferte, setzte sich Auerbach mit 3:2 durch. Die erste Sensation war geschafft – was konnte da noch passieren? Immerhin warteten ja noch die beiden Mannschaften aus der Bayernliga auf den SV08. Doch die Spiellaune des Gastgebers blieb auch gegen die DJK Gebenbach erhalten. Gegen den gut agierenden Gastgeber hielt man mit aller Kraft dagegen – und löste die nächste Begeisterungsstufe auf den Rängen auf. Immer wieder half auch Torwart Kausler seiner Mannschaft, gegen den starken Gegner zu bestehen. Nun war das Halbfinale möglich, doch es wartete der große ATSV Erlangen. Trotz eines Rückstands erkämpfte Auerbach ein 2:2, bis kurz vor Ende. Dann kam der Ball zu Trainer Michael Keil und der lotste ihn schnustracks ins Erlanger Tor zum 3:2: Die erste Sensation war perfekt: Auerbach stand als Gruppenerster im Halbfinale, die Halle rastete aus. Gleichzeitig bedeutete dies das Aus für den ATSV. Denn schon zuvor hatte er gegen Fortuna Regensburg mit 3:5 verloren. Die Regensburger fingen sich nämlich nach dem Niederlagen-Schock gegen den SV 08 und hielten fortan ihre Bilanz mit Siegen gegen Erlangen (5:3) und Gebenbach (4:3) sauber. Gerade in diesen Partien bewies die Truppe von Trainerfuchs Helmut Zeil ihre ganzes Hallentalent. Schöne und kluge Kombinationen sorgten für die beiden Siege. Der Lohn: Als Gruppenzweiter stand Fortuna im Halbfinale.

 


Somit ergab sich die kuriose Situation: Alle vier Bayernligisten hatten mit dem Halbfinale nichts zu tun. Sie trafen sich in den unteren Platzierungsspielen. Im Spiel um Platz 7 machte der ATSV Erlangen mit einem 3:0 gegen Ammerthal alles klar. Im Spiel um Platz 5 entwickelte sich ein attraktives und torreiches Match zwischen Bayern Hof und Gebenbach, das mit 4:4 endete. André Klahn erzielte dabei drei Tore. Im Neunmeter-Schießen hatte dann Hof mehr Glück und siegte insgesamt mit 8:7.

 

Halbfinale: Die Märchenreise geht weiter
Im ersten Halbfinale standen die beiden Underdogs gegenüber: Etzenricht und Auerbach. In einem Spiel auf gleicher Augenhöhe suchten beide die Entscheidung, drosselten aber das Riskio. Lange blieb es torlos, ehe dem Auerbacher Tim Schmiedl der rettende Schuss gelang: Es stand 1:0 und dabei blieb es: Das Turniermärchen ging für die beherzte Kreisliga-Truppe weiter: Finale!

 

Im zweiten Halbfinale zeigte sich zwischen Grafenwöhr und Regensburg ein ähnliches Bild: Beide wollten den Sieg, mieden aber zu großes Risiko. Das Spiel endete 1:1, das Neunmeterschießen sah Fortuna Regensburg als Sieger.

 

Im Finale kam es somit zur Neuauflage des Gruppenspiels, das Auerbach gewonnen hatte. Wieder sah man keinen Klassenunterschied zwischen beiden Mannschaften. Doch schien zunächst Fortuna die erfolgreichere Mannschaft zu werden, mit einer frühen 1:0-Führung. Doch Auerbach steckte nicht auf und ließ nicht mehr viel zu. Wenige Augenblicke vor Schluss gelang der Ausgleich – und das Publikum tobte und kochte. Tatsächlich musste wieder ein Neunmeter-Schießen die Entscheidung bringen, das sich lange hinzog. Am Ende hatte Fortuna die Nase vorn (9:8). Die Domstäder gewannen nach 2016 und 2017 das Turnier zum dritten Mal und durfte den Wanderpokal endgültig mitnehmen. Im nächsten Jahr wird es dann eine neue Trophäe geben. Auerbach blieb in der regulären Spielzeit im ganzen Turnier unbesiegt.

 

Den dritten Rang hatte sich zuvor die SV Grafenwöhr gesichert, die Etzenricht mit 2:1 bezwang. Etzenricht ist Rekord-Halbfinalist beim EDEKA Schöffler Cup.

 

Dank des unglaublichen Turniererfolgs des Gastgebers erlebte die Halle eine Stimmung, wie sie noch nie zuvor herrschte. Die Blau-Weißen eroberten sämtliche Sympathien: Fortuna Regensburg ist aufgrund der attraktiven Spielweise ein würdiger Sieger. Das Turnier wurde dem Motto: "Schöner Fußball. Sonst nichts." voll gerecht.


Gruppenspiele – Gruppe A
SV Grafenwöhr – DJK Ammerthal 1:0
SpVgg Bayern Hof – SV Etzenricht 2:1
SV Grafenwöhr – SpVgg Bayern Hof 3:3
DJK Ammerthal – SV Etzenricht 1:3
SpVgg Bayern Hof – DJK Ammerthal 1:2
SV Etzenricht – SV Grafenwöhr 2:2 

Platzierungen Gruppe A:
Pl. Mann. Tore Punkte
1 SV Grafenwöhr 6:5 5
2 SV Etzenricht 6:5 4
3 SpVgg Bayern Hof 6:6 4
4 DJK Ammerthal 3:5 3

Gruppenspiele – Gruppe B
ATSV Erlangen – DJK Gebenbach 1:1
Fortuna Regensburg – SV 08 Auerbach 2:3
Fortuna Regensburg – ATSV Erlangen 5:3
SV 08 Auerbach – DJK Gebenbach 2:2
ATSV Erlangen – SV 08 Auerbach 2:3
DJK Gebenbach – Fortuna Regensburg 3:4


Platzierungen Gruppe B:
Pl. Mann. Tore Punkte
1 SV 08 Auerbach 8:6 7
2 Fortuna Regensburg 11:9 6
3 DJK Gebenbach 6:7 2
4 ATSV Erlangen 6:9 1

 

Halbfinale
SV 08 Auerbach – SV Etzenricht 1:0
Fortuna Regensburg – SV TuS / DJK Grafenwöhr 5:4 n. NMS (1:1)

Spiel um Platz 7: ATSV Erlangen – DJK Ammerthal 3:0
Spiel um Platz 5: SpVgg Bayern Hof – DJK Gebenbach 8:7 n. NMS (4:4)
Spiel um Platz 3: SV TuS / DJK Grafenwöhr – SV Etzenricht 2:1

Finale: Fortuna Regensburg – SV 08 Auerbach 9:8 n. NMS (1:1)


Endplatzierungen:
1 Fortuna Regensburg
2 SV 08 Auerbach
3 SV TuS / DJK Grafenwöhr
4 SV Etzenricht
5 SpVgg Bayern Hof
6 DJK Gebenbach
7 ATSV Erlangen
8 DJK Ammerthal

Bester Torhüter: Sebastian Kausler (SV 08 Auerbach)
Bester Spieler: Paul Zura (SV 08 Auerbach)
Bester Torschütze: André Klahn (DJK Gebenbach) – 6 Tore

Schiedsrichter:
Benjamin Mignon (SV Loderhof), Jonas Kohn (SC Germania Amberg), Matthias Fischer (SpVgg Ebermannsdorf)

Aufgebote der Mannschaften:
Fortuna Regensburg: Fetai – Schmid (2), Arlind Morina (3), Arber Morina, Backes (2) Feuersänger, Schmidbauer (2), Altenstrasser (2), Terakaj (2) – Trainer: Helmut Zeiml
SV 08 Auerbach: Kausler – Bastian Lindner, Jonas Freiberger (2), Jannik Freiberger, Marcel Meyer (2), Schmiedl (1), Keil (2), Erl (2), Zura, André Zitzmann (1) – Trainer: Michael Keil
SV Grafenwöhr: Pautsch, Nikolas Wiesnet – Bernet, König (1), Kopp, Lukas Wiesnet, Reiß (3), Bytomski, Dubois (1), David Dobmann, Renner (2), Alexander Dobmann (1), – Trainer: Roland Lang
SV Etzenricht: Pötzl (1) – Stephan Herrmann, Strehl, Riebel, Danzer (1), Sebastian Ermer (2), Christian Ermer (3), Koppmann, Max Herrmann, Diermeier
SpVgg Bayern Hof: Preißler – Chocholousek, Nico Schmidt (1), Sercik (1), F. Seifert (2), Kacar (2), Drewanz (3), Kavalir (1) – Trainer: Fulvio Bifano
DJK Gebenbach: Kreiser – Erdal Izmire, Jonas Lindner (1), Gorgiev, Dominik Haller (1), Kohler, Pirner, Klahn (6), Hofmann, Holler – Trainer: Christoph Horn
ATSV Erlangen: Glaß – Daoud, Luft (1), Spahija (1), Elperin (2), Flaschka, Sinelis (2) Markert (1), Piwernetz (1) – Trainer: Shqipran Skeraj
DJK Ammerthal: Sommerer – Wolf, Luber, Hausner, Hammer, Karzmarczyk, Keilholz (2), Dominik Weiß, Mario Zitzmann, Will Haller – Traier: Daniel Wolf

Die Sieger der letzten Jahre:
2005 (Alpo Cup): FSV Erlangen Bruck
2006 (BMW Holme Cup): FSV Erlangen Bruck
2007 (BMW Holme Cup): FSV Erlangen-Bruck
2008 (BMW Holme Cup): SpVgg Weiden
2009 (Alfred Böhm Cup): SV Etzenricht
2010 (Alfred Böhm Cup): DJK Ammerthal
2011 (Alfred Böhm Cup): ASV Pegnitz
2012 (Alfred Böhm Cup): FSV Erlangen-Bruck
2013 (Alfred Böhm Cup): SV Seligenporten
2014 (EDEKA Schöffler Cup): SV Seligenporten
2015 (EDEKA Schöffler Cup): SpVgg Bayern Hof
2016 (EDEKA Schöffler Cup): SV Fortuna Regensburg
2017 (EDEKA Schöffler Cup): SV Fortuna Regensburg
2018 (EDEKA Schöffler Cup): SpVgg SV Weiden
2019 (EDEKA Schöffler Cup): DJK Gebenbach
2020 (EDEKA Schöffler Cup): SV Fortuna Regensburg 


Zuletzt aktualisiert am Montag, den 06. Januar 2020 um 13:28 Uhr