21 | 10 | 2019
Vorbericht SV 08 Auerbach I - HC Sulzbach Rosenberg

Mit der Mutter aller Derbys gehen an diesem Samstag für die Handballer des SV 08 Auerbach die Wochen der Oberpfalz-Spiele zu Ende. Nach den zwei Niederlagen gegen den ASV Cham will sich das Team um Matthias Schnödt nun gegen den HC Sulzbach-Rosenberg rehabilitieren, einerseits um die blamable Hinspielniederlage vergessen zu machen, andererseits um den Anschluss ans Mittelfeld nicht zu verlieren. Die Herzogstädter hingegen möchten ihren überraschenden Sieg gegen den Tabellenzweiten HSG Lauf/Heroldsberg vom vergangenen Wochenende mit zwei Auswärtspunkten beim Landkreisnachbarn vergolden. Anpfiff in der Helmut-Ott-Halle ist um 18:00 Uhr, um 14:00 Uhr erwartet Auerbach II die HG Eckental, wogegen das Spiel der A-Jugend um 16:00 Uhr vom TuS Fürstenfeldbruck abgesagt wurde.

Es ist das Derby schlechthin, wenn sich an diesem Samstag zwei Landkreisnachbarn in der Helmut-Ott-Halle gegenüber stehen. Freute sich Matthias Schnödt vor dem Hinspiel noch auf die gute Stimmung in einer vollen „Kröte“, so erhofft er sich an diesem Samstag gut gefüllte Ränge und lautstarke Unterstützung von der Tribüne im „Tempel“. Die Aussichten für ein spannendes Spiel sind jedenfalls gegeben. Bayernliga-Absteiger HC Sulzbach-Rosenberg, derzeit auf Platz Acht klar hinter seinem Saisonziel „oberes Viertel“ zurück, spricht aktuell selbst davon, den Klassenerhalt noch nicht endgültig in trockenen Tüchern zu haben. Damit bewegen sich die Herzogstädter zur Überraschung Vieler in ähnlichen Gefilden wie Auerbach, das, vier Punkte dahinter, den derzeit ersten Nichtabstiegsplatz inne hat.

Dass sich beide Teams im Laufe der Saison immer mehr anglichen, lag an unterschiedlichen Faktoren. So konnte Sulzbach zu Beginn der Hinrunde von einem Spielplan profitieren, der den Herzogstädtern fünf Heimspiele in den ersten sechs Partien präsentierte. Vier Siege und zwei Niederlagen, eine gegen Aufsteiger MTV Stadeln und eine beim Favoriten in Lauf, brachten den erwarteten Platz in der Tabelle. Viele Verletzungen, einige davon längerfristig, aber auch berufliche Belastungen einiger Spieler warfen das Team um Trainer Christian Rohrbach dann jedoch zurück. So muss der HC seit Monaten auf seinen erfahrenen tschechischen Spielmacher Jiri Smolik verzichten, wann er zurück sein wird ist noch unklar. Mehrmals konnte Rohrbach nur mit Rumpfteams antreten und so verwundert es nicht, dass der HC in den vielen Auswärtspartien zu Beginn der Rückrunde mehrere Niederlagen einstecken musste. Zu allem Überfluss, und zur Enttäuschung der Verantwortlichen, entschied sich zur Winterpause auch noch Jason Mignon, der zusammen mit Daniel Luber die Spielmacherposition in Abwesenheit von Smolik übernehmen sollte, das Team zu verlassen und beim Bayerliga-Spitzenreiter TV Erlangen-Bruck sein Glück zu versuchen. Im Gegenzug wurde kurzfristig ein landesligaerfahrener Rückraumspieler engagiert. Der Tscheche Adam Stryc (24), zuletzt in Diensten der HSG Fichtelgebirge, gab am Drei-Königs-Tag sein Debüt beim HC und hat seither neun Tore für sein neues Team erzielt. Bei den Oberfranken fast schon ausgemustert, sollte der technisch versierte und auf allen Rückraumpositionen einsetzbare Allrounder zur neuen Saison von Neu-Trainer Ingo-Ludwig Hammer eine zweite Chance erhalten, absolvierte dann jedoch bereits Anfang Oktober sein letztes Spiel im Dress der Marktredwitzer.

Der Kampf um den Klassenerhalt, viele Verletzungen, der Verlust des Spielmachers – wenn auch in Auerbach aus anderen Gründen – ein neuer Rückraumspieler, kann es noch mehr Ähnlichkeiten geben? In der Tat, denn beide Teams haben derzeit einen Spieler in ihren Reihen, der sich kürzlich einen Nasenbeinbruch zugezogen hat. So ereilte Sulzbachs Michael Waitz vor zwei Wochen beim Remis in Forchheim (33:33) das gleiche Schicksal, wie Julian Eckert letzten Samstag in Cham. „Ich gehe davon aus, dass Waitz spielen wird“ erwartet Matthias Schnödt jedoch den Linkshänder in der Helmut-Ott-Halle. „Bei Eckes dagegen bin ich eher skeptisch.“ Ähnlich geht es ihm mit Florian Wehner, der noch immer an einer Knieverletzung laboriert, aber auch mit Valentin Kroher, der die zweite Woche in Folge wegen Krankheit ausfallen könnte. Sicher verzichten muss er auf die privat verhinderten Karsten Herold und Alexander Hofmann, auf Maximilian Hofmann aus beruflichen Gründen sowie auf Lukas Weisser, der wegen eines gerissnen Syndesmosebandes länger ausfällt. Zumindest Thomas Wilke kann diesmal wieder dabei sein.

„Sulzbach hat uns im Hinspiel mit seinem guten Rückraum, den sehr guten Außen Ströhl und Forster und seinem hervorragenden Torhüter Max Lotter den Schneid abgekauft“, so Schnödt. Gerade mit Max Lotter haben die Blau-Weißen noch ein Hühnchen zu rupfen, erwies er sich doch im ersten Aufeinandertreffen über weite Strecken als fast unüberwindlich, stand immer wieder genau richtig und brachte die Werfer des SV 08 fast zur Verzweiflung. Dass dies keine Eintagsfliege war, hat er in vielen Bayernliga-Partien, aber auch in der aktuellen Runde unter Beweis gestellt. So war er auch der Vater des Sieges letzte Woche gegen den Tabellen-Zweiten aus Lauf (25:22). Bleibt für Auerbach zu hoffen, dass er am Samstag einen schlechten, ein oder mehrere Blau-Weiße jedoch einen Sahnetag erwischen. Matthias Schnödt hofft vielmehr, dass das Landkreis-Derby möglichst viele Zuschauer in die Halle lockt und dass sein Team lautstarke Unterstützung erfährt. Seinen Spielern gab er eine klare Richtung vor: „Wir wollen gewinnen!“

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 01. März 2018 um 21:38 Uhr