21 | 10 | 2019
Spielbericht SV 08 Auerbach - TV Münchberg
Getragen von deutlich verbesserten Leistungen der zuletzt gescholtenen Alexander Tannenberger, Jan Wislicenus und Daniel Schalanda gewannen die Handballer des SV 08 Auerbach vor gerade einmal 150 Zuschauern gegen den TV Münchberg verdient mit 31:28 (16:14) und konnten damit ihr Punktekonto wieder ausgleichen. Nach starkem Beginn hatte sich zwar wieder eine leichte Verunsicherung ins Spiel der Oberpfälzer eingeschlichen, doch die Gäste waren an diesem Tag nicht in der Lage, daraus Kapital zu schlagen. Während Münchberg auf Rang Neun abrutschte, kletterten die Blau-Weißen um einen Platz nach oben und belegen mit nun 6:6 Zählern den achten Tabellenplatz.

Es war den Handballern des SV 08 Auerbach anzumerken, dass sie sich für das Heimspiel gegen den TV Münchberg etwas vorgenommen hatten. Auch wenn mit Maxim Pankraz der Hauptaktivposten der letzten Partie und mit Thomas Bauer und dem verletzten Matthias Edtbauer zwei wichtige Rückraumakteure fehlten, hatten die Oberpfälzer das Spiel von Beginn an gut im Griff. „Wir sind gleich gut ins Spiel gekommen, haben unsere Chancen verwertet und waren auch relativ sicher in der Abwehr" zeigte sich Matthias Schnödt zufrieden mit den ersten 20 Minuten der Partie. „Was der Grund für die dann aufkommende Verunsicherung war, kann ich nicht sagen. Jedenfalls haben wir es uns im weiteren Verlauf des Spiels durch technische Fehler, nervöse Aktionen und vergebene Chancen selbst schwer gemacht."

Auerbach war schnell mit 3:0 in Führung gegangen und hatte dabei die Fehler der Gäste eiskalt ausgenutzt. Die Oberfranken hatten zu Beginn noch leichte Probleme mit dem geharzten Spielgerät, fanden sich jedoch immer besser damit zurecht. Zudem brachte TV-Torhüter Cenk Uzun keine Hand an den Ball und verließ nach 20 Minuten entnervt das Feld. Bis dahin hatten die Gastgeber ihren Vorsprung nicht nur gehalten, sondern auf vier Tore ausgebaut (13:9). Vor allem die zuletzt unglücklich aufgetretenen Alexander Tannenberger, der in dieser frühen Phase fast nach Belieben traf, und Jan Wislicenus zeigten, dass sie zurecht die interne Torschützenliste anführen. „Jan hat seine Sache heute wieder sehr gut gemacht, war nicht nur torgefährlich, sondern auch aggressiv auf der vorgezogenen Abwehrposition. Es sind Spieler wie Jan, Maxim oder auch Lukas Weisser, die wir dringend brauchen. Sie gehen mit Druck in die gegnerischen Abwehrreihen, scheuen den direkten Kontakt nicht und sorgen so für ständige Torgefahr. Leider hat Maxim heute gefehlt und Lukas hat sich im Spiel zuvor 60 Minuten für das A-Jugend-Team aufgearbeitet." Gleichzeitig wies Schnödt jedoch auch darauf hin, dass alle drei noch sehr jung und teilweise zu ungestüm sind. „Lukas und Maxim spielen beide noch A-Jugend und auch Jan ist erst 21 Jahre alt. Er ist ein guter Handballer, schnell, wendig. Manchmal hat man aber den Eindruck, er lädt sich zuviel auf, will alles alleine richten, was dazu führt, dass er sich verhaspelt. Außerdem muss er an seiner Chancenverwertung noch etwas feilen, die Konzentration bis nach dem Abschluss hoch halten."

Es waren gerade die kleinen Fehler, wie zum Beispiel ungenaue Pässe, überhastete Abschlüsse, Ballannahmen mit einem Fuß neben dem Spielfeld oder Übertreten beim Abschluss, die sich ab der 20. Minute ins Spiel der Bergstädter schlichen und dafür sorgten, dass die Gäste wieder zurück in die Partie fanden. Zum Glück für Auerbach hatten mehrere Münchberger Akteure einen gebrauchten Tag erwischt. Selbst der üblicherweise starke Jan Lad blieb diesmal auffallend blass. Lediglich Torsten Krauß von der halblinken Position sorgte häufiger für torgefährliche Situationen. So gelang es Auerbach, den Gast trotz eigener Unsicherheiten auf Distanz und einen Zwei-Tore-Vorsprung bis zu Halbzeit aufrecht zu halten. Beim Stand von 16:14 wurden die Seiten gewechselt.

Auch nach Wiederanpfiff bot sich das gleiche Bild. Technische Fehler auf beiden Seiten verhinderten, dass sich eines der Teams einen echten Vorteil verschaffen konnte. Auerbach behauptete seinen Vorsprung bis zur 47. Minute (25:22), nur um dann innerhalb von drei Minuten den kaum mehr erwarteten Ausgleich hinnehmen zu müssen, woran auch einige Pfiffe der streckenweise etwas unsicher wirkenden Unparteiischen einen gewissen Anteil hatten. Doch die Blau-Weißen behielten die Nerven und ließen die Gäste nicht vorbeiziehen. Jan Wislicenus, Alexander Tannenberger per Strafwurf und der wiedererstarkte Daniel Schalanda sorgten mit einem 3:1 Lauf für den alten Vorsprung und als Tannenberger mit zwei weiteren Strafwürfen bis zur 59. Minute gar auf drei Tore erhöhte (30:27), war die Messe gelesen. Münchberg versuchte es zwar noch mit offener Manndeckung, schaffte jedoch nur noch den 28. Treffer. Daniel Schalanda war es vorbehalten, fast mit der Schlusssirene das letzte Tor zu erzielen.

Mit dem Ergebnis und der Leistung seiner Schützlinge weitgehend zufrieden richtete sich der Blick von Matthias Schnödt schon auf die nächsten Aufgaben. „Nächste Woche haben wir ein schweres Spiel beim Aufsteiger MTV Stadeln. Die haben in Sulzbach gewonnen, haben aber ihre letzten drei Spiele teils deutlich verloren und werden Einiges gut machen wollen. Hoffentlich ist bis dahin unsere Bank wieder etwas breiter besetzt."

SV 08 Auerbach: Adam, Kroher, Tannenberger (10/4), Hofmann M. (2), Brendel-Suchanek, Weisser, Eckert (1), Wislicenus (10/1), Herold (1), Hofmann A., Schalanda (6), Bürger (1)
Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 01. November 2017 um 10:35 Uhr